Authentisch sein

Sein, was man ist.

Authentisch zu sein bedeutet nichts anderes, als zu dem zu stehen, was man ist und nicht zu glauben oder so zu tun, als wäre man etwas (jemand) anderes als das beziehungsweise wie man in diesem Moment ist.

Authentizität ist nichts Erreichbares und keine Eigenschaft, die man erlernen könnte, sondern eine Haltung sich selbst gegenüber. Es ist die Haltung des Zu-sich-selbst-Stehens, was weder heißt, damit einverstanden zu sein noch es abzulehnen.

Vor allem aber ist es ist der einzige wirkliche Weg der Selbsterkenntnis. Aber nicht nur das, es ist auch der einzige Weg, um unser Potenzial zu entfalten.

Ist man aber nicht einverstanden mit dem, was man ist, etwa weil man gerne anders wäre, einer Rolle gerecht werden zu müssen glaubt oder will, oder aber, weil man nicht zu dem steht, was man tut oder etwas darstellen will, das man nicht auszufüllen vermag oder nicht ausfüllen zu können glaubt, dann ist man nicht man selbst – und eben nicht authentisch.

Fehlende Authentizität darf nicht mit Unsicherheit oder Selbstzweifel verwechselt werden. Wer an sich selbst zweifelt und das auch zeigt, der ist ja gerade authentisch in seinem Zweifeln.

Authentisch zu sein hat daher überhaupt nichts damit zu tun, einer (Ideal-) Vorstellung zu entsprechen, sondern eben zu sein, was man ist und nichts darstellen zu wollen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob man dies bewusst tut oder aus einem selbst nicht bewussten Motiven.

Das klingt ernüchternd bis frustrierend, dabei ist die Entscheidung, nichts darstellen zu wollen, nichts (mehr) zu verschleiern oder andere über sich selbst zu täuschen und vor allem auch sich selbst nicht, nicht nur ein direkter Weg der Selbsterkenntnis, sondern der genauso direkte Weg zur Entfaltung des in einem liegenden Potenzials.

Klingt widersprüchlich, ist es bei genauer Betrachtung aber nicht.

Wenn wir, zum Beispiel, angepasst sind, dann ist dadurch unser ursprünglicher Drang nach Freiheit nicht ausgelöscht; sondern nur tiefer eingegraben. Leben wir unseren ursprünglichen Eigenschaften zuwider, dann werden diese in einem Zug aktiviert und im selben Moment verleugnet und verdrängt, was uns zwangsläufig eine immer größere Anstrengung abverlangt.

Das mag wie die Büchse der Pandorra klingen, dabei liegt hierin auch die Hoffnung begründet, die wir haben können, so wie die Hoffnung auch in der Büchse der Pandorra ganz zuunterst zu finden war. Versteckt zwar, aber da. Man muss es nur erkennen, indem man den Dingen ganz auf den Grund geht.

Werden wir, um bei dem Beispiel zu bleiben, uns unserer Angepasstheit wirklich bewusst, und zwar nicht nur intellektuell, sondern in einem inneren Gewahrsein, so dass wir es körperlich spüren können, dann wird uns in diesem Moment auch unser Bedürfnis nach Freiheit und persönlicher Entfaltung bewusst. Vorausgesetzt wir unterlassen es, uns selbst wieder an irgendwelche Vorstellungen von uns selbst anzupassen, seien es fremde oder eigene.

Wollen wir zu unserer wahren Natur finden, müssen wir vor allem zwei Dinge sein:

Authentisch und nicht mehr bereit, uns anzupassen.

Man nennt das auch den Weg der Freiheit, der ja ein Weg zu sich selbst ist.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.