Autopoiesis und Autorität

Oder warum das mit der Einsicht so schwierig ist.

Grundsätzlich ist es so, dass wir alles, was wir denken, glauben oder empfinden mit dem Siegel der absoluten Wahrheit versehen. Klingt paradox für Menschen, die sich selbst in Frage stellen. Aber die glauben eben, dass sie ungenügend sind und lassen sich darin kaum beirren.

Die Folge ist, dass die Menschen nur dann auf einen anderen »hören«, wenn sie ihm Autorität über sich selbst gewähren. Das Verdrehte dabei ist ja, dass genau das mit dem grundlegenden Prinzip der Autopoiesis übereinstimmt: Man tut »es« ja selber, also ist es auch richtig.

Die Folge ist, dass die Menschen sich einer Autorität entweder devot unterwerfen – oder sie ablehnen. Schwierigkeiten mit Autoritäten haben daher nur die nicht, die weder das eine noch das andere tun, weil sie sich ihrer selbst sicher sind, heißt, dass sie »wissen«, dass niemand sie manipulieren kann.

Fazit: Autoritäten sind souverän und nur Souveräne können Autoritäten akzeptieren – weil sie selbst Autorität für sich selbst sind.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.