Das ganz normale Leben

Warum nur sind wir so beharrlich in unseren Überzeugungen?

Ein Mensch schwamm weit auf einen See hinaus. Plötzlich bekam er einen fürchterlichen Krampf. Er konnte nicht mehr richtig schwimmen. Wie wild schlug er um sich, um nicht zu ertrinken. Er hatte Angst, Todesangst. Und er schrie um Hilfe.

Ein Psychologe, der am Ufer im Sand saß, sah das, sprang in das Wasser und schwamm eilends hinaus, den Menschen zu retten. Und er schaffte es! Das Glück des Menschen war nämlich, dass der Psychologe trainiert war. Ein Sportler eben. Als sie dann beide endlich wieder am Strand saßen, der Psychologe ein wenig stolz ob seiner Tat, der Mensch noch immer ganz außer Atem und am ganzen Körper zittern, dankte der dem Psychologen von ganzem Herzen für seine Rettung und beteuerte, nie wieder so weit hinaus zu schwimmen.

Ein Zen-Mensch, der das beobachtete, lächelte ein wenig in sich hinein, stand auf, klopfte sich den Sand von den Kleidern und wollte seines Weges gehen. Ein anderer Mensch, der das bemerkte, fragte ihn etwas erstaunt, ja fast ärgerlich, warum er sich denn über die beiden lustig mache.

Ach,‘ sagte der erstaunt, ‚wissen Sie denn auch nicht, dass der See ganz flach ist und man gut darin stehen kann?‘ ‚Wie,‘ sagte der andere daraufhin entsetzt, ‚und Sie haben es nicht für nötig gehalten, denen das zu sagen?‘

Der Zen-Mensch schaute ihn, jetzt ganz ernst geworden, an und erwiderte mit einem fragenden und auch etwas erstaunten Blick ob der Naivität des Anderen: ‚Denken Sie allen Ernstes, die hätten mir das geglaubt? Nie im Leben hätten die das! Vollkommen zwecklos, ihnen das zu sagen! Sie wären nur wütend auf mich geworden, weil sie geglaubt hätten, ich machte mich nur über sie lustig.‘,

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.

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