Der Angst begegnen

Angst ist erst einmal diffus. Darum kann man ihr auch so schwer begegnen. Erst einmal.

Im Gegensatz zur Furcht, die sich auf ein äußeres Objekt oder Ereignis bezieht und in diesem Sinne konkret ist, bezieht sich die Angst auf einen inneren Zustand. Dass die Angst keinen konkreten Bezugspunkt hat, macht sie jedoch nicht weniger wirklich.

Stellen Sie sich einmal vor, jemand würde zu Ihnen sagen, er hätte Angst vor Ihnen. Weil, Sie sähen hinter seine Maske, seien ernst, mit Ihnen wäre nicht zu spaßen und Sie spielten nicht. Schön, aber was sagt das über Sie aus? Nichts, absolut nichts. Das Sie damit trotzdem ein Problem haben, ist was anderes. Aber ändern können Sie es nicht. Wie auch?

Es sei denn natürlich, sie versteckten sich selbst hinter einer Maske und versuchten immer nett und lieb rüber zu kommen. Was natürlich heißt, dass Sie immer schön Abstand halten und bloß nichts tun, was die Illusion des Anderen tangieren könnte. Bloß das nicht! Denn dann wäre sie ja wieder da, die Angst.

Also haben Sie eigentlich nur die Wahl, dem Betreffenden aus dem Weg zu gehen, oder Sie versuchen es mal mit Kreide essen. Also lieb und nett sein und die Klappe halten. Ob das richtig ist, ist eine gute Frage, die ich hier aber nicht vertiefen will. Aber es ist sicher nicht die einzige Frage, der man sich stellen muss.

Denn nichts zu tun und sich rauszuhalten kann keine wirkliche Alternative sein angesichts der Tatsache, dass alles der eine Geist ist und Sie damit ja irgendwie auch die Verantwortung dafür haben, was mit dem Rest passiert. Also, wenn meine linke Hand leidet, kümmert sich die rechte drum und schaut, was sie tun kann. Und der Rest auch.

Ist bei dem eigenen Körper leicht vorstellbar, bei der Welt verdammt schwierig. Aber da ist es genauso. Dass wir die Welt immer noch als Einzelteile ansehen, die, wenn es hochkommt, zwar miteinander vernetzt sind, aber nicht Eins sind, das ist nichts anderes als ein Thema unserer Wahrnehmung, die nicht zu unserem Wissen über die Welt, den Kosmos und damit dem Wissen über uns selbst passt. Obwohl, der Satz nicht ganz stimmt. Korrekt wäre es zu sagen ‚ … nicht zu unserem eigentlich verfügbaren Wissen … passt und daher folgerichtig ignoriert wird.‘

Genau da steckt die Angst drin. Wer bin ich denn, wenn ich ein ganz anderer bin, als ich glaube? Dass eine solche Frage ängstigt – und das ist bei so ziemlich allen der Fall – liegt auf der Hand, denn es ist eine Angst, die rein auf Emotionen basiert, überhaupt keine reale Grundlage hat und keinem Fakten-Check standhalten kann.

Was soll mir denn passieren, wenn ich plötzlich erkenne, dass ich in Wahrheit ein Mars-Männchen und hier nicht geboren bin, sondern mit einem Ufo eingeflogen wurde? Absolut überhaupt nichts. Ich wäre immer noch der selbe Kerl wie vorher auch schon. Nichts wäre anders, alles wäre wie es vorher auch schon war. Aber das verstehen die nicht, die lieber ihren Emotionen vertrauen als dem wissenschaftlichen Sachverstand.

Naja, ein bisschen was anderes ist es schon, wenn man sieht, das alles anders ist als man bisher dachte. Vor allem, wenn es einen selbst betrifft. Also keine Fakten, sondern nur die Einstellung zu den Dingen. Das ist so als würden Sie erkennen, das alles, was Sie bisher glaubten zu sehen, in Wirklichkeit ganz anders aussieht.

Aber wir wissen ja, wie beharrlich wir an solchen emotionalen Seifenblasen festhalten können. Wie heißt es aber so schön ,die Hoffnung stirbt zuletzt‘? Und so wahr! Je mehr auf dem Spiel steht, desto länger wird das Pferd geritten, selbst wenn es schon lange tot ist. Und noch mal länger, wenn man dabei das Gefühl hat, irgendwie zu scheitern, auch wenn man nicht weiß, was genau einem aus den Händen gleitet.

Aber so ist es nun einmal mit faktenfreien Emotionen. Also wird man nicht mehr mit Ihnen reden, wenn Sie der Angst bildlich gesprochen zu nahe kommen. Dass die irreal ist, das wissen Sie und ich, aber der, der sie erlebt, für den ist sie absolut real und nicht weg zu diskutieren. Mit Argumenten gegen Emotionen und Gefühle? Keine Chance. Für den emotional Getriggerten sind und bleiben Sie ein Spielverderber.

Also Sie müssen unbedingt zurück auf die Fakten-Ebene, wenn Sie etwas erreichen wollen. Doch wie kommen Sie da hin? Also die Anderen, Sie sind ja schon dort. Also wie kommen Sie da hin? Ganz einfach: Über Emotionen. Nur Emotionen können Emotionen außer Kraft setzen.

Und? Haben Sie schon eine Idee, wie Sie der Angst der Menschen begegnen wollen vor dem Erkennen dessen, was ist?

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.