Der Kosmos ist gleichmütig

Wir müssen begreifen, dass uns keine himmlische Macht retten wird, wenn wir unsere Lebensgrundlage und damit uns selbst zerstören. Diese Hoffnung sollten wir zügig aufgeben.

Der Mensch, der die Welt verändern kann und dabei ist es zu tun, muss auch das Bewusstsein der Welt haben, will er sie nicht vollkommen zerstören und sich seiner eigenen Existenzgrundlage berauben.

Als ich diesen Text zu schreiben begann, war mein erster Gedanke der Bezug zu Aldous Huxleys Hauptwerk »Schöne neue Welt«. Dieses Buch zählt man neben Bradburys »Fahrenheit 451«, Orwells »1984« und »Farm der Tiere« zu den großen fortschritts- und gesellschaftskritischen Werken des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Botschaft ist eindeutig:

Die Welt gerät umso mehr außer Kontrolle, je mehr sie unter die Kontrolle des auf sich selbst fokussierten, ich-zentrierten Menschen gerät, des Menschen, der nur das Eigene und nicht das Gemeinsame und erst recht nicht das Interesse der Welt im Blick hat.

»Unsere« Welt ist nicht unsere, sie gehört uns nicht. Weil wir aber beginnen die Welt zu verändern und sie so zu »unserer« machen, tragen wir die zunehmende Verantwortung dafür, was auf der Welt geschieht. Ob es der Menschheit gelingt verantworten zu können, was sie tut, hängt davon ab, ob wir als Gesellschaft und jeder für sich die aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Probleme und Schwierigkeiten werden meistern können.

Wir brauchen uns nicht mehr um unsere so genannte Umwelt zu sorgen, wenn sich die Gesellschaft – und damit jeder Einzelne – ihrer bzw. seiner selbst und ihres / seines Handelns und der Auswirkungen und Bedeutung aus weltzentrischer Sicht bewusst ist, denn dann wird die Umwelt nicht mehr eine »Umwelt« sein, sondern als Aspekt der eigen Existenz wertgeschätzt und ihre Integrität gewahrt werden.

Darum sind wir Menschen aufgerufen, über die Grenzen unseres Denkens über Persönlichkeit, Wirtschaft und Gesellschaft hinaus aufzulösen und uns in das Bewusstsein der Welt zu versenken und auch in unserem Denken und Handeln wieder eins zu sein mit der Welt, die wir sind.

Wir müssen lernen, unter und hinter die Oberfläche des Scheinbaren und Vordergründigen zu schauen und die Komplexität des Ganzen erfassen.

Die Herausforderung, die sich uns stellt, ist planetarisch  und weltzentrisch zu denken, es ist die Herausforderungen, sich des Ganzen über das Individuum hinaus bewusst zu werden und zu sein.

Es ist das wieder Zurückfinden zum  ursprünglichen Bewusstsein der Verbundenheit allen Seins. Das Erkennen des zeitlosen Numinosen ist unsere einzige Hoffnung, das selbstzerstörerische Handeln der Menschen zu beenden. Aber wir dürfen nicht nur hoffen, wir müssen auch in Kraft des Bewusstseins vertrauen, in unsere eigenen evolutionären geistigen Möglichkeiten.

Wo wir als Gesellschaft und wo der Einzelne beginnt, sein eigenes Wesen, seinen eigenen Ursprung, seine innerste Natur zu verstehen und wo er in der Lage ist, seine egoistischen Motive hintenan zu stellen, wird das Bewusstsein entstehen können, das in der Lage ist, den Herausforderungen unserer Gesellschaft zu begegnen.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.