Der Mensch ist Material

So die Überschrift in einem Artikel in managerSeminiare, Heft 230. Aber stimmt das?

Natürlich stimmt das nicht. Definitiv nicht. Denn der Mensch ist kein  Material. Richtig wäre es gewesen zu schreiben, dass er zum einen vielfach so behandelt wird und sich zum anderen vielfach so behandeln lässt.

Sprache ist nun einmal die Welt, in der wir leben. Hat schon Watzlawick immer wieder gesagt. Aber scheinbar haben ihn viele noch nicht erhört. Sonst würden sie nicht so einen Unfug schreiben. Und ja, das ist Unfug, denn es erzeugt in dem Welt- und Menschenbild des Lesers allzu leicht den Eindruck einer falschen Wirklichkeitsbeschreibung. Und wenn die oder der das dann auch noch glaubt, sitzt sie oder er in der gedanklichen Falle.

Und dann ist in dem Interview von einem Mann die Rede, der sich dreimal täglich übergibt, so war der nervlich fertig. Aber die Erklärung des Interviewpartners hätte nicht unwidersprochen beziehungsweise nicht nicht hinterfragt bleiben dürfen. Nämlich, dass der Betreffende so in der Sache gefangen war, dass er jegliche Orientierung verloren hat und dass man in der Branche sehr gut entlohnt wird. Das ist doch kein Grund! Da stecken doch viel mehr Fragen dahinter, die man stellen müsste.

Vor allem die ganz wesentliche Frage wurde nicht gestellt: Warum lassen Menschen so mit sich umgehen? Es wäre doch viel einfacher, einen solchen Sumpf auszutrocknen, wenn keiner mehr hinginge. Dafür bräuchte es natürlich Solidarität, Gemeinschaftssinn und eine entsprechende Kultur. Das ist doch das Feld, auf dem solche Unsitten erst blühen und gedeihen können! Es ist wie mit dem Thema Mobbing.

Wann rät man endlich Mobbingopfern Aikido zu lernen und die Täter aufs Kreuz zu legen? Obwohl, das wäre dann wohl garnicht mehr nötig, Täter suchen sich ja immer nur die Schwachen. Klassische Opfer eben. Das habe ich schon so um 1975 unter dem Stichwort Viktimologie im Jurastudium bei Professor Bender gelernt, damals Landgerichtsrichter in Stuttgart.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.

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