Die Begegnung im Geist und die Angst vor der Leere

Du möchtest wissen, was zu tun richtig wäre. Solange du aber mit deinem konditionierten Denken darüber nachdenkst, kannst du der Falle der Illusion nicht entkommen, dem Ursprung deiner Konditionierungen.

Wenn du die Illusion verlassen willst, musst du sehen, was wirklich ist. Also gehst du zu (d)einem Meister und fragst ihn. Und der wird dir auf seine Weise antworten.

Diese Antwort versuchst du zu verstehen. Verstehen kannst du aber nur durch dein Denken. Das ist aber (noch) konditioniert. Und schon bist du wieder in der Falle der Illusion gefangen.

Das machst du so lange, bis du aufhörst verstehen zu wollen und dich statt dessen einlässt auf seine Gedanken oder Anweisungen. Das ist etwas anderes als ohne Widerspruch hinzunehmen oder einfach gehorsam zu befolgen. Heißt: Du lässt dich auf seine Gedanken ein, indem du sie selbst denkst, sie immer wieder in deinem Geist wiederholst, ohne sie verstehen zu wollen. Oder du tust, was er sagt.

Das ist der Beginn des Dialogs. Du akzeptierst den (inneren) Konflikt, den der Bruch mit deiner Konvention auslöst. Verstehen wollen, oder wissen wollen, was du tun sollst ist Ausdruck der Konvention. Wissen ist der Schlüssel zur Konvention, denn Wissen heißt: ich hab’s unter Kontrolle“. Ohne Kontrolle kannst du dein »Ich« nicht gegen »Nicht-Ich« verteidigen.

Statt dem Konflikt zu folgen lässt du dich von ihm auslegen. Was erzählt er dir über dich? Was hast du an Einwänden, an Abers usw? Wenn du bereit bist, das auszuhalten, wird dich der Gedanke auf einmal ergreifen und dir eine Erkenntnis oder Einsicht schenken.

Es kann sogar sein, dass du erkennst, dass dein Meister ein Hornochse und eingebildeter Affe ist. Denn das Wahre wird immer offensichtlich, wenn man sich einlässt.

Ergründen heißt nämlich nicht, auseinander nehmen und verstehen wollen, sondern sich einlassen. Lass dich einfach sinken, gib dich dem Gedanken hin, so wie du dich dem Wasser hingibst, wenn du in einen See eintauchst.

Aber was, wenn du nicht schwimmen kannst und ertrinkst? Genau das ist die Angst, die dich davon abhält, dich im Geist auf den Meister einzulassen. Angst, die Kontrolle über deinen Geist und dein Denken zu verlieren.

Das Dumme ist nur, dass du genau das glaubst. Darum die Angst. Was also tun? Ganz einfach, lass dich auf die Angst ein, umarme sie so sehr, dass du selbst die Angst bist, versuche nicht, sie zu vermeiden.

Lass es zu. Es ist die Angst vor der Leere, denn die Worte der Meister sind Worte der Leere wie sie selbst Ausdruck der Leere sind. Und wenn nicht, du weißt ja … lass dich darauf ein, das Wahre wird offensichtlich werden.

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Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.