Die eigene Wahrheit finden

Die Wahrheit, von der hier die Rede ist, ist in zweifacher Hinsicht die eigene Wahrheit.

Der konditionierte Mensch besitzt zwei Naturen, eine vordergründige, illusionäre und eine wahrhaftige. Die illusionäre Natur ist das kleine Ich, das sich von allen anderen kleinen Ich’s zu unterscheiden sucht. Unsere wahre Natur aber ist unsere Buddha-Natur, die in Allem gleich ist. Das kleine Ich existiert in der Scheinwelt des Vordergründigen und Vermeintlichen, unsere Buddha-Natur existiert in der Wahrhaftigkeit. Beide Welten aber finden sich am gleichen Ort, in unserem Geist.

Die Zen-Praxis lehrt uns, das Wahrhaftige von unzutreffenden Vorstellungen durch eingehende Betrachtung zu unterschieden. Da die Wahrheit, die es zu ergründen gilt, unsere eigene Wahrheit ist, bedeutet dies unseren eigenen Geist zu betrachten. Mehr gibt es nicht zu tun.

Durch dieses Betrachten wird offensichtlich, was wirklich ist. Darin wird das Wahre wie das Illusionäre offensichtlich. Dieses Betrachten des eigenen Geistes ist die Praxis des Zen.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.