Die Entscheidung zu sein, was ich bin

Was wir sind, scheint nur die Folge unserer Geschichte zu sein. Tatsächlich ist es eine innere Entscheidung.

Unsere Schwächen, unsere dunklen Seiten, all das, was uns belastet – ob wir es benennen können oder nicht, ob wir um die Ursachen wissen oder nicht – all das hat seine Ursache nicht in dem, was wir erlebt haben, sondern in dem, wie wir uns auf diese Ereignisse selbst bezogen haben; welche Überzeugungen wir dabei über uns fantasiert und in unsere Persönlichkeit hineininterpretiert haben.

Wir nehmen diese Dinge persönlich, beziehen sie auf uns und sehen unsere eigene Art als Grund für das, was uns passiert ist, nach dem Motto: man behandelt mich so, wie ich bin bzw. es verdient habe.

Darum müssen wir nicht nach den Gründen oder den damaligen Ereignissen fragen, auch wenn dies durchaus hilfreich sein kann, um Anhaltspunkte und Anknüpfungspunkte zu finden, an denen sich Entwicklungen nachvollziehen lassen, um Antworten zu finden.

Entscheidend ist nicht, dass wir Vergangenes aufarbeiten, sondern dass wir uns aus Konditionierungen und Mustern lösen. Dass wir sie haben interessiert, nicht was sie ausgelöst hat. Denn in dem, was in uns ausgelöst wurde und was zu unseren kompensierenden Verhaltensmustern und zu dem Verlust des Gefühls der Einheit, der Verbundenheit und der Ganzheit geführt hat, steckt immer die Negierung unseres ursprünglichen Wesens.

Und das ist das Einzige, was dabei von Bedeutung ist. Üblicherweise wollen wir wissen, was das war. Doch das pflegt nur unsere Bedürftigkeit. Ich muss nicht wissen, was ich bin, denn ich bin es. Und um zu wissen, wie ich mich daran hindere zu sein, muss ich mir nur meiner Konditionierungen und Muster bewusst sein.

Alle unsere Konditionierungen, Fixierungen und Identifikationen sind nicht die Folge der Ereignisse in unserem Leben, sondern eine Folge der Negierung unseres Wesens und der darin liegenden Selbstverleugnung.

Wen interessiert da schon ein warum? Nach dem Warum fragt nur der, der einen Schuldigen sucht. Doch wir müssen begreifen, dass wir selbst die Entscheidungen getroffen haben, die uns zu dem gemacht haben, was wir sind.

Dabei geht es nicht darum »schuld zu sein« oder für etwas verantwortlich zu sein, sondern darum, zu erkennen, dass wir selbstorganisierte Systeme sind. Früher haben wir nicht-bewusst gehandelt, jetzt können wir genau das beenden, durch bewusstes Gestalten unseres Denkens, unserer Präsenz, unseres Verhaltens und unserer Lebensräume.

So wie damals können wir heute die Entscheidung treffen zu sein, was wir sind. Darum machen Kleider Leute und wachsen Menschen an ihren Aufgaben. Das Setting macht´s!

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.