Die Kunst des Dialogs

Der Ausdruck ‚Dialog‘ bezeichnet, wörtlich genommen, einen Prozess, durch den der Logos hindurch geht. Heraklit von Ephesus bezeichnete damit die unvergängliche Wirkungskraft in der Welt, die alle Dinge steuert und deren ‚Werke‘ die Naturdinge sind.

Gleichzeitig, so Heraklit, lebt der Logos auch in der Seele des Menschen. Mit ‚Dialog‘ ist also die Art des Zusammenwirkens gemeint, in der der Logos als Wirkprinzip der Welt anwesend ist und in der sich das Ich jedes einzelnen Menschen aufrecht hält.

Eine Zusammenarbeit ist in diesem Sinne dialogisch, wenn sie von Mensch zu Mensch, von Ich zu Ich und zugleich direkt auf die Wirklichkeit geht. Das Gespräch dient dem Weg des Einzelnen zum Logos, dem Sinn in der Welt. Dieser Weg geht vom Einzelnen aus und führt zum Gespräch hin, in dem der Logos wirken kann – nicht umgekehrt.

Immer wieder geht es darum, den Sinn in der Welt, in sich selbst, in der Begegnung mit Anderen und im Leben selbst zu erkennen.

In der Kunst des Dialogs sind wir immer wieder von Neuem aufgefordert, die Würde des Lebens und Respekt vor allem Lebendigen zu wahren, uns zu fragen, wie der Einzelne in eine Haltung kommt, die den Blick auf das Ganze eröffnet und seine Kreativität und Produktivität entfalten kann, um zu wahrhaftigem wie wesentlichem Sein zu kommen, das zum Einssein mit und im kosmischen Geist führt.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.