Die Ohnmacht der Mächtigen

Die, die man gemeinhin als »die Mächtigen« ansieht, die Bosse, die Politiker, die Reichen, die, die das Sagen haben, fühlen sich ohnmächtig, weil sie aus eigener Erfahrung wissen, dass sie selbst nichts zu erreichen in der Lage sind, wenn andere es nicht tun. Darum tun sie meist so überheblich.

Die wahren Mächtigen, die Ausführenden und Handelnden, fühlen sich ohnmächtig, weil sie sich als »den Umständen« ausgeliefert sehen, eingebunden in ein System, dem sie nicht entfliehen zu können glauben.

Dabei ist Macht nichts anderes als eine gesellschaftliche Übereinkunft, ein gesellschaftliches Konstrukt, ein Überbleibsel aus Zeiten, als die Starken die Schwachen beschützten. In lebendigen Systemen aber gibt es keine Macht, jeder Mensch ist frei zu tun, was für ihn richtig ist zu tun. Es sind die Konsequenzen, die viele fürchten und was sie bereit sein lässt, anderen Macht über sich zu geben.

Es ist diese Furcht, die sie ohnmächtig macht, nicht die Umstände und nicht die scheinbar Mächtigen, die das Sagen haben und in der Hierarchie über ihnen stehen. Kein Mensch muss tun, was er nicht tun will. Und die Umstände, die so oft als Begründung dafür herangezogen werden, warum man nicht tut, was man »eigentlich« tun müsste, das sind doch nichts anderes als die Folgen der eigenen Entscheidungen. Es ist die Angst, etwas zu verlieren was einem wichtig ist oder auch nur erscheint, die viele Menschen nicht konsequent sein lässt, nicht tun lässt, was für sie zu tun richtig und oft auch notwendig wäre. Es ist diese Angst, die den Menschen den Blick verstellt, sie starr und bewegungslos macht.

Dabei wäre es doch so einfach. Die Menschen müssen nur ihre Angst überwinden und sich Gedanken darüber machen, wie sie ihr Ziel erreichen können. Doch das setzt voraus, die Wirklichkeit zu sehen wie sie ist und nicht das, was man dafür hält. Das setzt voraus, sich aus falschen Annahmen genauso wie aus Konditionierungen, Identifizierungen und Fixierungen zu lösen.

Und nein, Mut braucht es dazu nicht, sondern einfach nur das Wissen um die Gesetzmäßigkeiten, das unverstellte Bewusstsein für die Dynamik in Beziehungen; genauso wie die Bereitschaft zur Grundsätzlichkeit, zur Wesentlichkeit und Wahrhaftigkeit. Und das heißt eben: Selbsterkenntnis!

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.