Die Praxis des Zen-Dao

Zen zu praktizieren bedeutet nicht, etwas ‚werden‘ zu wollen. Sondern es bedeutet zu sein, was man ist.

Das hat Bedeutung in mehrfacher Hinsicht. Erstens bedeutet dies ‚Streben nach Vollkommenheit‘. Indem ich mir vollkommen bewusst bin, wie ich bin, fällt alles Unrichtige und Unwesentliche, alles Nichtwahrhaftige von mir ab. Aber das setzt eben voraus, dass ich mir bewusst bin, wie ich bin. Ohne Worte, ohne Erklärungen. Einfach das sein, was ich bin.

Zweitens bedeutet dies ‚Sich versenken in den Geist‘. Unser Geist ist, was uns ausmacht. Indem wir uns in ihn versenken, ergründen wir das uns Mögliche, nicht um darüber nachzudenken, sondern um es zu realisieren. Ohne darüber nachzudenken erkennen wir, was zu tun richtig ist. Tun, was zu tun ist.

Drittens bedeutet dies ‚Streben nach Vollendung‘. Alle Grenzen hinter uns lassend erkennen wir, was uns gegeben ist, erkennen wir, was wir sind. Auch wenn uns das als ein unerreichbares Ideal erscheint, streben wir danach, richten uns danach aus. Ohne zu fragen, warum und wieso und wozu das gut sein mag. Vor allem aber ohne Scheu und ohne jeglichen Vorbehalt. Sein, was man ist.

Das ist der Weg des Zen-Dao.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.