Die Suche nach Sinn

Seit der Mensch sich seiner selbst bewusst geworden ist, fragt er sich, woher er kommt und wer oder was er ist.

Diese Frage nach Sinn ist, genauso wie die Frage nach Herkunft oder die Frage nach dem Tod, die Frage nach den eigenen Wurzeln, dem eigenen Ursprung und damit die Frage nach der eigenen Identität.

Die entscheidende Frage ist, wo finden wir die Antwort auf die Frage danach, wer wir sind. Suchen wir die Antwort in dem, was wir tun, unserer familiären Situation, in unserer Herkunftsfamilie oder in der gesellschaftlichen Teilhabe?

Diese Suche nach Identität geschieht selten bewusst. Tatsächlich folgen wir dabei stets inneren Bildern, die uns »leiten«, natürlich nach sich zieht, dass auch unsere Suche nach Antworten genau denselben inneren Bildern folgt. Die offensichtliche Folge ist, dass wir uns zwangsläufig im Kreis drehen.

Diese Überlegungen legen den Schluss nahe, dass wir die eigenen inneren Bilder verlassen müssen, wollen wir zu neuen Ufern und einem neuen Verständnis unserer selbst finden. Das Bild ist treffend, denn tatsächlich müssen wir die Welt des uns Bekannten verlassen und zu neuen Ufern aufbrechen. Auch wenn die Welt »da draußen« dieselbe bleibt, bleibt sie das doch nicht für uns; ist die Welt für uns doch immer nur das, was wir aufgrund unserer Vorstellung von uns selbst  zu sehen in der Lage sind.

Doch welchen anderen Bildern soll man folgen und vor allen Dingen kann man vertrauen? Die Antwort ist: Weder den eigenen noch denen anderer!

Machen wir uns bewusst, dass wir einen (Existenz-) Grund für etwas suchen, das definitiv existiert. Was ändert sich wirklich, wenn man weiß, warum man hingefallen ist? Hingefallen ist hingefallen; das warum verändert nur die Bedeutung, die man einem solchen Ereignis gibt.

Worauf aber kommt es an? Auf die Bedeutung oder das Ereignis? Worin bzw. woraus definieren wir uns? Mit dem was wir sind? Oder mit der Bedeutung, die wir dem beimessen?

Nur die Wirklichkeit als solche hat Bedeutung.

Die Wirklichkeit hat einen Sinn, weil sie ist. Ob wir diesen Sinn kennen, spielt dabei keine Rolle. Lassen wir uns auf die Wirklichkeit ein, werden wir auch in unserer eigenen Vorstellung und inneren Repräsentation zur Wirklichkeit – und damit sind wir selbst in unserer Existenz der Sinn den wir dann nicht (mehr) zu suchen brauchen.

Wir können den Sinn nicht finden, weil wir selbst es sind.

Was also ist zu tun? Die Antwort ist vielschichtig. Zum einen müssen  wir der darin liegenden Verantwortlichkeit gerecht werden. Zum anderen bedeutet das, dass wir dazu auch die Kompetenz haben! Die Fliege braucht keine Hilfe, um Fliege zu sein und sie muss es auch nicht lernen. Diese Kompetenz ist internal, gleichermaßen aber auch etwas über uns Hinausgehendes.

Weil wir sind, was wir sind, haben wir auch die zur »Umsetzung« notwendige Kompetenz, das zu sein (auszufüllen), was wir sind. Dass viele Menschen damit solche Probleme haben liegt in unserem Größenwahn (!), der sich in dem Glauben ausdrückt, wir alleine könnten unser Leben managen. Tatsächlich aber sind wir nur Ausdruck von etwas, das über uns hinaus reicht wie dass es uns ausmacht.

Nur dann, wenn wir zu dieser Dimension unserer Existenz, unseres Menschseins zurückfinden, finden wir zu uns selbst zurück und darin den Sinn, den wir suchen.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.