Disziplin

Lassen wir uns auf eine geistige Übung ein, dann brauchen wir vor allem Ernsthaftigkeit und Disziplin, um uns vor magisch-mystischen Traumvorstellungen zu schützen.

Nichts lädt so sehr zum Fabulieren und zum sich Verlieren in einen spirituellen Wahn ein wie die »Beschäftigung« mit Spiritualität und den Gedanken der Philosophia perennis.

Es braucht gerade hier die psychisch reife und geklärte Persönlichkeit, die sich ihrer Ichhaftigkeit und der eigenen Schwachpunkte bewusst ist, sollen diese nicht zu einer permanenten Versuchung wenn nicht sogar zu spirituellen Krisen führen.

Die eigenen Gedanken und die eigene innere Haltung immer wieder selbstreflektiv zu prüfen genügt selten. Man braucht eine kritische Öffentlichkeit, nicht um sich mit anderen zu messen, sondern um das eigene Verhalten und die eigene Präsenz an den eigenen Ansprüchen zu prüfen.

Dazu muss man sich nach außen öffnen und das ohne Vorbehalt. Jeder Einschränkung an Offenheit gegenüber anderen ist ein Schlupfloch für Ichhaftigkeit und Selbstbezogenheit und das erneute Kultivieren von Konsolidierungen, Fixierungen und Identifizierungen.

Genauso wenig soll man sein Herz auf der Zunge tragen, sondern sich in Zurückhaltung üben, damit die Präsenz nicht zur Selbstdarstellung verkommt.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.