Ein Mensch, zwei Personen.

Wie ein Mensch ist, ist vor allem eine Frage der Einstellung.

Also ich habe zum Beispiel zwei Mütter. Die eine, nennen wir sie mal, wie Kinder es eben tun, Mama, die andere Mutter. Mama ist schon lange tot, bei Mutter weiß ich es nicht so ganz genau.

Dass ich zwei Mütter habe erfuhr ich durch einen Psychologen. Bei dem war ich, weil mich meine Mutter, die Mama, nie wirklich anerkannte. Und dann fragte mich der Psychologe – echt dreist! – ob ich ihr das, wenn sie mich jetzt anerkennen würde, auch glauben würde. Meine Antwort war nicht das vielleicht erleichterte Aufzeufzen, sondern ein klares Nö, das keiner Überlegung bedurfte.

Ja die Mama, sie war einfach nicht, wie sie zu sein hatte. Hätte sie nicht einfach Ruhe geben und meinen Erwartungen entsprechen können? Aber nein, sie wollte einfach sein, wie und wer sie war. Wie egoistisch!

Naja, und dann war da eben Mutter, meine Mutter, wie sie eben war. Einfach so. Die interessante Frage ist natürlich, was das mit mir zu tun hat, dass ich sie anders haben wollte als sie war. Aber dieses Fass mache ich hier nicht auf.

Entscheidend war, dass mir diese Erkenntnis Frieden brachte. Zuerst einmal mit mir. Frieden zu finden heißt ja, einen Konflikt durch Befriedung gelöst zu haben. Und der war in mir. Mit meiner Mutter habe ich in dem Sinn keinen Frieden gefunden, weil nicht finden können, denn da war „“eigentlich““ kein wirklicher Konflikt zwischen uns. Also gab es keinen Frieden, sondern viel mehr: Es war einfach gut so, wie es war.

Und das Faszinierende dabei: Auf einmal war ich frei, frei zu sein, wer und was ich war. Komisch, nicht?

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.