Einsicht in das Wesen der Dinge

Wir Menschen erleben uns üblicherweise als Schauspieler auf einer Bühne. Doch das entspricht nicht der Wirklichkeit.

Denn wir sind kein ‚abgetrennter‘ oder irgendwie verbundener Schauspieler, sondern wir sind die ganze Bühne. Jiddu Krishnamurti fasste es in dem Satz zusammen ‚Wir sind die Welt, die Welt bist du.‘

Alles ist letztlich irgendwie Geist. Sagt uns Zen – genauso wie die Quantenphysik. Materie ist Geist, der als Materie erscheint und Geist ist Materie, die als Geist erscheint. Sagte Heisenberg. Und der kürzlich verstorbene Hans-Peter Dürr, Schüler Heisenbergs, sprach von dem in sich differenzierten Einen.

Das kann man nicht ‚lernen‘, zu dieser Erkenntnis gelangt man alleine durch Einsicht. Das ist das entscheidende ‚erste‘ Fraktal. Übrigens kommt man auch durch keine Zen-Praxis dorthin, die einem sagt, wie man sitzen oder atmen soll. Ich dachte auch mal, das hilft, aber das tut es nicht. Es fängt eben mit der Einsicht an.

Mit dem Begriff ‚Quantenphysik‘ dürften die meisten Menschen zwei Einschätzungen verbinden: a) ist kompliziert, b) hat wenig mit mir zu tun. a) stimmt, b) ist falsch. Würde man die quantenmechanischen Effekte in unserem Körper abstellen, ginge es uns ziemlich schlecht. Unser Stoffwechsel bräche zusammen, ebenso wie unser genetischer Code.

Ohne Quantenmechanik hätten wir auch bald nichts zu essen mehr, denn Pflanzen und Algen könnten keine Photosynthese betreiben und somit keine Biomasse aufbauen. Kurz: Ohne Physik läuft gar nichts. Damit stellt sich die Frage, wie wir die Welt und uns selbst verstehen wollen – so ganz ohne eine Ahnung von Quantenphysik?

Will ich also mich selbst verstehen, darf ich mich nicht auf psychologischem Wissen ausruhen. Das ist ähnlich wie die Physik Newtons eine stimmige Beschreibung der äußeren Wirklichkeit. Wollen wir aber wissen, wie wir innen drin funktionieren, müssen wir schon die Quantenphysik bemühen. Gut, wir können auch ein paar Jahre auf dem Kissen sitzen und ‚Om‘ meditieren. Erfolgsversprechender ist es aber, erst einmal zu ergründen, was wir wissen beziehungsweise, was wir wissen können. Und damit anfangen.

Also machen wir es eben wie die Quantenphysiker und untersuchen, was wirklich ist. Wir müssen ja die Versuche nicht selbst machen, aber ihre Erkenntnisse ernst nehmen. Das ist der schnellste Weg zur Einsicht, jedenfalls der schnellste, den ich kenne. Und wo bleibt dabei das Zen oder die Zen-Praxis? Die stellt sich dann irgendwie ganz von selbst ein.

Gewinnen wir Einsicht in das Wesen der Dinge (und natürlich in die eigene Natur) und richten unser Leben danach aus, dann ist das Zen. Was auch sonst?

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.