Einstein

Ich habe die Zivilisation satt. Ich habe den Lärm satt und ich habe die Lügen satt. Ich will in einer Hütte im Wald wohnen und einfach nur die Stille genießen.

Ich weiß nicht, ob dieses Zitat wirklich von Einstein stammt. Aber wenn es von ihm ist, ich stimme ihm zu. Bis auf das mit dem Wald. Ich denke, dass auch in der Stadt Stille möglich ist. Wenn einfach einmal die Lügen aufhörten, dieses konventionelle Rumgelaber und dieses profunde Nicht-Bescheid-Wissen, so nach dem Motto: ‚Aber ich weiß auch was!‘

Als ob wir dann mehr existieren würden, beziehungsweise als wäre es eine Bedingung für unsere Existenz, zu allem eine abgeschlossene, unerschütterliche Meinung zu haben und zu allem unseren Senf dazugeben zu können. Das ist ein Fakt, der sich durch nichts beschönigen lässt.

Aber bekanntlich hat ja die Medaille zwei Seiten. Da ist nämlich die Frage, warum Menschen so sind. Und warum Menschen beharrlich etwas völlig Kontraproduktives machen. Das aber hat schlicht und einfach etwas mit unserer Gehirnstruktur zu tun. Menschen glauben das, was in ihrem neuronalen Netzwerk abgebildet ist. Und Punkt.

Also kann man niemanden dafür verurteilen, dass er – objektiv betrachtet – bescheuert ist, weil er nichts dafür kann? Und machen deswegen Menschen immer wieder den selben Unfug und ändern sich erst dann, wenn sie komplett auf die Nase geflogen sind? Genau so ist es.

Also nicht ganz. Es gibt nämlich zwei Varianten. Die eine ist zu scheitern. Wie heißt es so schön? Ist der Ruf erst ruiniert, lebt man ganz ungeniert … . Aber es gibt auch noch eine zweite Variante. Ohne Scheitern. Durch glasklare Selbstdisziplin. Man muss sich einfach darüber im Klaren sein, wie es funktioniert – bevor man überhaupt anfängt – und sich dann diszipliniert daran hält.

Dass das Leben und alles, was darin passiert, prozesshaft ist, darf uns nicht den Blick dafür verstellen, dass es Dinge gibt, die wir objektiv feststellen können. Etwa die Reihenfolge von Wahrnehmung, Denken, Emotion und Bewusstsein. Und wer das durcheinanderbringt – dank einer unzutreffenden Programmierung, der liegt eben objektiv falsch.

Dabei liegt die Kunst darin, das, was ‚richtig‘ von dem unterscheiden zu können, was ‚falsch‘ ist. Und das gelingt eben nur im Dialog. Und genau deswegen ist es so absolut notwendig, dass man zuerst einmal die Grundlagen klärt. Womit ich wieder bei Einstein angekommen wäre.

Nicht seine philosophischen Erkenntnisse sind das Bewundernswerte an ihm, sondern seine – und nicht nur seine – Beharrlichkeit in der Grundlagenforschung. Das sollten oder vielleicht doch eher müssen wir uns gleichermaßen vornehmen, wollen wir weiter kommen.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.