Erleben

Wir leben, wie könnte es auch anders sein, in der Welt die wir erleben.

Was wir erleben, erscheint auf unserem Bildschirm, wir sagen Bewusstsein dazu, unser Prozessor aber werkelt unbemerkt vor sich hin. Wie gesagt, unbemerkt oder auch nicht bewusst, das wird es uns erst, wenn er fertig gearbeitet hat, aber definitiv nicht im Geheimen.

Es kommt also auf den Input an, aus dem unser Gehirn oder was auch immer, nach einem längeren oder kürzeren Verdauungsprozess einen wie auch immer gearteten Output macht. Also sollten wir nicht nur penibel darauf achten, was wir essen, sondern auch, was wir unserem Denksystem als Futter anbieten. Ich habe mittlerweile (fast) keinen Jie­per mehr auf Süßes. Naja, um ehrlich zu sein, immer weniger. Immer öfter kann ich, ohne gleich einzuspeicheln, nein danke sagen und den Kuchen stehen lassen. Anschauen ja, aber nicht essen.

Und genau so ist es auch mit Witzen. Immer weniger Witze machen mich an und bringen mich zum Lachen. Viele finde ich einfach nur blöd. Vor allem Witze über Sachen, die genau so sind, wie sie eben sind (die Anstalt  im ARD ist ein gutes Beispiel dafür) – darüber kann ich nicht mehr lachen. Aber mich aufregen ist genauso zwecklos. Dann kann ich mich zwar besser fühlen, aber hilft das? Nein, tut es nicht. Also geht nicht darum, den Dingen, sei es süßer Kuchen oder Stimmung machende Gedanken, aus dem Weg zu gehen, sondern sie anschauen zu können und einfach liegen zu lassen. Nicht ignorieren, sondern lassen.

Das Einzige, das wirklich hilft, das ist sich zu überlegen, wie man etwas daran ändern kann. Und das heißt eben in den Dialog einzutreten. Denn weiß ich, ob ich die Dinge auf die rechte Art und Weiße sehe? Nein, kann ich nicht wissen, auch, wenn ich mir noch so sicher bin. Wir leben nun einmal in der Welt, die wir denken, und nicht in der Welt da draußen. Und das Ganze wird noch um einige Stufen brisanter wenn wir den Gedanken der Quantenphysiker folgen und uns ausmalen, was es bedeuten würde, wenn etwas an Einsteins Überlegung dran ist, ob der Mond eben da wäre, wenn keiner hinschaut. Ein Gedanke, den man wirklich einmal überdenken und nachdenken muss. Keine Angst, niemand wird verschwinden.

Aber vielleicht ist ja genau das der Zugang zu unseren Schwierigkeiten und Problemen auf der Welt. Ist die Welt nicht genau so, wie sie ist, weil wir eben genau so denken? Und wenn wir das mit einem zwar zögerlichen, aber doch mit einem ja beantworten, dann stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem, was man jetzt tun sollte. Oder vielleicht doch muss? Und das geht nun einmal nur über miteinander zu reden. Aber bitte dialogisch!

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.