Erst üben oder erst die Erkenntnis?

Ist egal, läuft eh auf das selbe hinaus. Also fast.

Jemand, der noch nicht verstanden hat, warum er beispielsweise das Bewerten lassen soll, lässt es trotzdem. Und wird irgendwann begreifen. Also erkennen. Ein anderer, der es begriffen hat, der muss auch noch üben, bis er es drauf hat. Das Gehirn will ja neu gespurt werden, umgebaut, sozusagen.

Der erste braucht definitiv Disziplin. Der zweite auch. Der erste braucht die, um etwas zu tun, dessen tieferen Sinn er noch nicht erkannt hat. Der andere, weil er noch gegen seine alten Denkgewohnheiten angehen muss. Auch nicht gerade einfach. Denn es ist ein gewaltiger Irrtum zu glauben, dass man etwas auch tun würde, nur weil man es begriffen habe.

Wer wahrscheinlich schneller sein Denken umgebaut haben wird, das zu entscheiden, überlasse ich dem geneigten Leser. Da kommt dann auch Vertrauen ins Spiel.

Mir fiel das auf, als ich in einem Hotel beim Frühstück saß und über die Thematik nachdachte. Mit einem Mal war die alte Angewohnheit des Bewertens wieder da. Und im selben Augenblick waren die Stühle nicht mehr nur Stühle, sondern potthässliche Stühle. Tja, man kann nie vorsichtig genug sein.

Aber es geht ja nicht um das Bewerten an sich, sondern um Erkenntnis und Üben. Und welche Rolle Vertrauen dabei spielt. Oder Kontrolle.

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