Gedanken

Was ist unser wirkliches Grundproblem?

Ich glaube, die meisten von uns sind allzu leicht mit Erklärungen zufriedenzustellen, und wir scheinen kaum noch in der Lage zu sein zu sein, über das Offensichtliche hinauszugehen und etwas Ursprüngliches unmittelbar zu erfahren. Wie Schallplatten wiederholen wir immer und immer wieder das Selbe und folgen dabei meist doch nur irgendeiner angeblichen Autorität, die uns ein bestimmtes Ergebnis verspricht.

Doch bevor wir uns mit irgendetwas beschäftigen, sei es mit Wissen, Philosophie, Religion oder Mystik, müssen wir zuerst den Prozess des Denkens verstehen. Tun wir das nicht, bleiben wir gefangen in uns selbst, unserem eigenen Denken, ohne die Option, wirklich sehen zu können, was tatsächlich ist. Letztlich beginnt alles damit zu wissen, wie Denken an sich geschieht, es ist der Ursprung der Welt, in der wir leben.

Solange wir uns nicht ganz konkret, ernsthaft und ohne jeglichen Vorbehalt mir uns selbst und unserem Denken auseinandergesetzt haben, solange wissen wir nicht, ob wir nicht doch auf dem altbekannten Holzweg sind und voller Elan und Tatendrang schnurstracks in die falsche Richtung laufen. Was wir denken definiert nun einmal die Welt, die wir sehen beziehungsweise denken können. Aber wir wissen, dass das nur ein Aspekt des Ganzen ist. Daher sollten wir nicht einfach glauben, was wir sehen, sondern einmal genau analysieren, wie die Welt in unserem Kopf entsteht.

Also brauchen wir absolute Klarheit, und die bekommen wir nicht, wenn wir uns Gedanken über die Welt machen, sondern nur, wenn wir bei uns selbst anfangen. Haben wir ein Problem mit uns selbst, also einen noch so vermeintliche lässlichen Denkfehler, so lange haben wir zwangsläufig ein Problem mit der ganzen Welt. Ein Systemfehler, sozusagen, mit fatalen und gravierenden Folgen, die durch nichts auszugleichen sind. Und der uns in den seltensten Fällen überhaupt auch nur andeutungsweise bewusst ist.

Und wen jetzt der Gedanke beschleicht, dass die Probleme der Welt etwas mit ihr oder ihm selbst zu tun hat, der könnte damit ziemlich richtig liegen. Was wir denken, und nicht nur ‚die da oben‘, hat ja unmittelbaren Einfluss auf die Welt, weil es die Welt durch unser Tun gestaltet. Und das basiert nun einmal darauf, wie wir die Welt sehen. Also wie wir sie denken. Aber wer mag das schon hören? Verdammte Verantwortung, die man da mit einmal hat.

Was dann, wenn wir also sehen könnten, was wirklich ist, also, was dann passiert – keine Ahnung. Aber besser wird es auf jeden Fall! Wie? Auch keine Ahnung. Das ist halt der Ärger mit jeder Kreativität und allem Neuen. Man weiß nicht, was oder wie es sein wird. Aber wirklich kein Grund, alles beim Alten zu belassen. Wüssten wir nämlich, wie Gedanken überhaupt entstehen, würden wir erkennen können, dass wir bis zur Halskrause konditioniert sind. Und die, die man dann gerne dafür verantwortlich macht, die sind es genauso. Nehme ich an und bin mir dabei sehr sicher. Aber eines haben alle miteinander gemeinsam: Alle fühlen sich sowas von im Recht. Nur sie sind es leider nicht.

Denn wer wirklich den Durchblick hat, den geht es nicht mehr darum, Recht zu haben, sondern dem geht es darum, mit den anderen im Dialog zu klären, was man wohl als relevante Wirklichkeit ansehen kann. Denn eine Wirklichkeit, die nur so und nicht anders existiert – nun die gibt es zwar. Aber sie ist für uns Menschen definitiv nicht erfahrbar. Außer, wir bilden uns ein mit den Augen des Kosmos sehen zu können. Einige führen sich zwar so auf, aber das macht es nicht wahrscheinlicher.

Nun, ich könnte noch stundenlang so weiter schreiben. Aber eigentlich ist ja alles gesagt. Eines vielleicht noch. Es ist sinnlos, nach irgendwelchen Gurus oder einer anderen Art von Autorität Ausschau zu halten, einfach deshalb, weil jeder es selbst erkennen, begreifen, erfahren und erleben muss. Aber es braucht auch die, die den Weg schon gegangen sind. Und auf die sollte man hören, hören, was sie zu sagen haben und das dann selbst reflektieren, verifizieren und sich eine eigene Meinung darüber bilden.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.