Gefangen zwischen Grandiosität und Hoffnungslosigkeit

Viele, wenn nicht die meisten Menschen, sind gefangen zwischen Grandiosität und Hoffnungslosigkeit.

Sie fühlen sich hoffnungslos, weil sie sich der Welt ausgeliefert fühlen und nicht wissen, wie sie Einfluss auf die Welt nehmen können, weil sie nichts wirklich unter Kontrolle haben, nicht einmal sich selbst. Bis sie verstehen, dass sie die Welt sind, bis sie verstehen, dass sie mehr erleben, als sie zu begreifen in der Lage sind. Es ist daher unzutreffend zu glauben, wir seien nur Besucher auf dieser Welt.

Das ist nun keine so irgendwie esoterisch angehauchte Botschaft, sondern die eindeutige Botschaft der Quantenphysiker. Die Herausforderung ist – oder Schwierigkeit – je nach Sichtweise -, dass wir uns in den Grenzen der dualen Sprache bewegen, sobald wir darüber nachdenken. Wir können über nichts sprechen, ohne auch sein Gegenteil, quasi als Hintergrund, gedanklich entstehen zu lassen. Sprechen wir über Geist, existiert in unserer Vorstellung auch Materie. Das macht es so schwierig, sich Geist und Materie als Eins vorzustellen und seine ‚Funktion‘, also das Leben und alles Existierende, zu begreifen und zu verstehen.

Haben wir aber verstanden, dass Geist und Materie eins sind, dass alle Dinge geistgeboren sind, dann verfallen wir leicht der größenwahnsinnigen Vorstellung, wir seien Herren dieser Welt und könnten tun und lassen, was wir wollten und die Welt nach unserem Belieben gestalten. Doch es ist eben der Geist, von dem hier die Rede ist, nicht unserem Geist. So bin ich einerseits der ‚Erschaffer‘ alles Existierenden (mir fällt gerade kein besserer Begriff ein) wie alle anderen auch, doch gleichzeitig fühle und weiß ich mich so machtlos wie das Sandkorn am Strand, das dem Strand gerne eine andere Richtung, eine andere Bewegung, geben würde.

Wir können uns auf der einen Seite denken, wohin sich die Welt bewegen kann, wir können diese andere, bessere Welt denken, doch wir können sie nur alle zusammen realisieren.

Wie aber können wir dem Dilemma entkommen? Wie befreien wir uns aus der Kralle zwischen Grandiosität bzw. Größenwahn und Hoffnungslosigkeit? Indem wir beide Pole als gegeben akzeptieren. Unsere Möglichkeiten sind grandios, doch realisieren können wir sie nur gemeinsam. So wird aus sich scheinbar widersprechenden Polen etwas, das man als Dimensionen betrachten kann. Nur wenn beide ‚groߑ sind, ist das Ganze groß. Wir dürfen also nicht zwischen Polen hin und her schwingen, sondern die beiden Achsen, die beiden Dimensionen des Einen wachsen lassen, wissend, dass sie nur zusammen ihr ganzes Potential einnehmen können.

Was also werden wir tun? Beginnen wir mit dem Naheliegenden: Hören wir auf, uns mit dem Guten zufrieden zu geben. Streben wir konsequent nach dem Besseren. Finden wir die richtige Form dafür. Hören wir auf, uns mit weniger als mit dem Streben nach Vollendung zufrieden geben zu wollen. Und dann? Dann suchen wir nach Möglichkeiten, wie andere diesen Weg des Geistes verstehen können und sich ihres immanenten Potentials bewusst zu werden in der Lage sind.

Wir sind was wir denken, 

Alles, was wir sind,

entsteht aus unseren Gedanken.

Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.

Buddha

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.