Geist und Materie

Stellen wir uns doch einmal vor, wie es wäre, wenn wir mit unserem Geist tatsächlich die Welt gestalten würden. Natürlich nicht wir alleine, sondern wir alle zusammen und doch jeder für sich.

All, das was wir erleben, das was die Welt und der Kosmos ist und was in diesem Kosmos und auf unserer Welt geschieht, wäre ein Produkt unseres Geistes. Es wären nicht unsere Taten, die die Welt formen, sondern unsere Gedanken, unsere Einstellungen und unsere Haltungen, die Art und Weise wie wir Menschen und allen Lebewesen, der gesamten Natur, der Welt und dem Kosmos begegneten.

Stellen wir uns einmal vor, dass es genau dieser Geist wäre, der auch uns ausmacht, aus dem heraus wir als raumzeitliche Existenz entstanden sind und der wir immer sein würden, unabhängig von der Form, die wir jetzt gerade haben.

Stellen wir uns vor, wie es wäre, wenn unsere Gedanken nicht nur »unsere« Welt, unsere Existenz ausmachten, sondern wir unmittelbar beitrügen zu allem, was in der Welt geschieht.

Stellen wir uns weiter vor, wie es wäre, wenn eben dieser Geist die Welt von Anbeginn aller Zeiten alles Existierende hat so hat werden lassen, wie sie ist und dass genau dieser Geist bestimmt, wie die Welt in Zukunft sein wird.

Fragen wir uns dabei nicht, warum dann dieser Geist im Einzelnen auf sich selbst bezogen werden konnte und sich von allem anderen als getrennt erleben kann. Nehmen wir an, dass dies so ist, ohne nach dem Grund zu fragen, nehmen wir es als etwas Gegebenes.

Wenn wir uns bewusst machen, dass dies bedeuten würde, dass wir nach unserem Tod zwar nicht als Menschen oder Lebewesen weiter existieren und auch nicht als eine irgendwie geartete Identität würden, aber mit unserem Tod doch nicht einfach verschwinden, sondern einfach nur unsere Form verlassen und eine neue Form annehmen würden, und wenn wir uns weiter vorstellten, dass unser Bewusstsein, das wir weder in der Zeit noch im Raum verorten und in seiner Substanz in keinster Weise beschreiben können, wenn wir uns bewusst machten, dass wir dieses Bewusstsein nirgends in der Welt finden können, wie würden wir dann leben wollen?

Und vor allen Dingen, würden wir dann weiter die Gedanken bzw. den Geist haben wollen, die wir heute haben? Würden wir dann unseren Geist mit anderen Augen betrachten?

Eine Utopie? Mitnichten. Es ist – im Grunde – die Botschaft der Naturwissenschaftler. Geist ist Materie und Materie ist Geist. Das Bewusstsein finden wir nicht in der Welt, weil es die Welt ist.
Was wäre, wenn wir die folgenden Gedanken von Erwin Schrödinger in seinem Buch »Geist und Materie« zu Ende denken würden?

Der Grund, weshalb unser empfindendes, wahrnehmendes und denkendes Ich nirgendwo in unserem wissenschaftlichen Weltbild angetroffen werden kann, lässt sich leicht in sechs Worten ausdrücken:

Weil es selbst dieses Weltbild ist.

Es ist identisch mit dem Ganzen und kann daher nicht in ihm als Teil enthalten sein.

Nehmen wir weiter an, dass wir all dies in uns selbst, also in unseren Geist, nicht nur verstehen, sondern verifizieren und erfahren könnten; also nicht nur feststellen, sondern erleben könnten, dass es tatsächlich so ist.

Was würden wir dann tun?

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.