Gewahrsein

Es ist ein großer Unterschied, etwas »zu spüren«, oder etwas gewahr zu sein.

Im Gewahrsein spüren wir auch, aber wir geben dem, was wir wahrnehmen, keine Bedeutung, wir betrachten es, wir ergründen es.

Sprechen wir von dem »unbewegten Geist«, dann ist damit nicht gemeint, keine Emotionen, Gefühle oder Gedanken zu haben, sondern, dass wir diese Emotionen, Gefühle und Gedanken betrachten, ohne uns von ihnen ergreifen zu lassen und ohne ihnen anzuhaften. In diesem Betrachten sind wir unberührt, unbewegt.

Das ist der erste Schritt zum Bewusstsein dafür, dass das, was da wahrnimmt, dieses Bewusstsein ist, das selbst unbewegt ist. Am Ende erkennen wir, da ist nur Bewusstsein und wir erkennen auch, dass all die Emotionen, Gefühle und Gedanken nur in diesem Bewusstsein sind.

Um all dies erkennen zu können, müssen wir den Geist beruhigen. Widerspricht das aber nicht der Aussage, dass wir dieser unbewegte Geist, das reine Bewusstsein sind? Tatsächlich sind wir beides. Die Frage ist, betrachten wir die Dinge aus der Haltung des unbewegten Geistes oder betrachten wir die Dinge aus der Haltung des Geistes der Emotionen, Gefühle und Gedanken? Dieser Geist ist es, den es zu beruhigen gilt.

Wird der Geist ganz still, können wir die Dinge so sehen, wie sie sind. Dann passiert das, was auch von dem Buddha berichtet wird, als er Erleuchtung erfuhr: Wir lachen. In diesem Lachen entlädt sich die gesamte Energie, die vorher in Anhaftungen gebunden war in dem erleichternden Bewusstsein, frei zu sein.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.