Identität, Persönlichkeit, Selbst und Zen

Oder die Angst des Zen-Praktizierenden vor der Leere.

Es ist nun einmal so, dass wir Menschen, zumindest die meisten von uns, ein ziemlich schräges Verständnis von »Persönlichkeit, Identität und Selbst haben«, solange wir uns noch in der Illusion der gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit aufhalten. Das ist ja kein Wunder, wenn man seine Identität aus irgendwelchen gedanklichen Vorstellungen und Überzeugungen generiert, wie man sein müsste, um Anerkennung zu gewinnen; statt zu sein, was man ist.

Zu sein, was man ist, hat ja weder etwas mit einem spezifischen mentalen, emotionalen, psychischen oder physischen Zustand zu tun. Identität sollte sich ja nicht aus dem ergeben, was man zu sein glaubt oder wünscht, sondern eben das, was man ist.

Folglich müssen wir zwangsläufig ein Problem mit unserer Identität haben, solange wir nicht wissen, wer wir wirklich sind. Klingt ein bisschen nach Pubertät, ist wohl auch so. Tatsächlich gibt es ja Menschen, die von einer »spirituellen Pubertät« sprechen, die wir auf unseren geistigen Weg durchlaufen.

An diesem Punkt gibt es zwei Möglichkeiten: die eine ist, sich mehr oder weniger philosophische Gedanken darüber zu machen, was denn nun Identität, Persönlichkeit und Selbst im Zeichen des Zen sind; oder aber, man geht einfach stetig weiter voran auf seinem Weg und kümmert sich nicht um das, was man sein könnte, sondern um das, was man ist.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.