Illusion versus Erkenntnis

Wahrhaftiges Sein fängt nicht schön an. Sondern mit dem Schock darüber, wie man ist. Aufwachen aus dem Traum von sich selbst. Aufwachen aus der Illusion, der Illusion über die Welt und vor allem sich selbst.

Es klingt etwas freundlicher, wenn man es wie Bert Hellinger ‚unschuldig schuldig werden‘ nennt. Wir sind in die ‚gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit‘ geboren worden. Und wir sind darin groß geworden. Ob wir wollten oder nicht, wir sind in die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit hinein erzogen worden. Uns dagegen zu wehren war uns nicht möglich. Unschuldig. Es liegt heute als Erwachsene an uns, zu erkennen, wie wir tatsächlich leben. Schuldig. Ob wir aber auch weiter darin leben wollen, das liegt alleine an uns. Unsere Entscheidung, Freiheit oder Konvention. Das ist die Wahl, die wir haben, wenn wir den Mut haben uns einzugestehen, wie wir sind..

Es beginnt also mit der Erkenntnis dessen, was ist, wie wir wirklich sind. Und mit nichts anderem. Nicht mit irgend einer Vorstellung über das, was wir wären oder sein könnten. Selbsterkenntnis bedeutet zu sehen, wie man ist und nicht, was man ist. Oder sein möchte. In der Konvention groß geworden zu sein bedeutet zwangsweise eine Menge Lügen. Und Dinge, die man besser wirklich nicht hätte tun sollen. Aber natürlich alles gerechtfertigt! Wer hingegen aufrichtig ist und zu dem steht, was er tut, braucht sich nicht zu rechtfertigen.

Zeit, aufzuwachen. Manchmal wollen wir Erleuchtung oder sowas. Auf jeden Fall besonders sein. Anders als all die anderen. Glück gehabt, kann man sagen, wenn der Traum zerbirst, man auf dem Boden der Wirklichkeit ankommt und man einfach nur erkennt, wie man ist und wie die Welt ist, in der man lebt. Das ist das größte Geschenk, das man sich selbst machen kann. Und nur man sich selbst. Kein anderer kann einem zur Erkenntnis seiner selbst und der Wirklichkeit verhelfen. Keiner. Erkenntnis seiner selbst ist nichts anderes als das offene Eingeständnis dessen, wie man wirklich ist. Nur wenn man das erkennt, kann man auch die Wirklichkeit sehen.

Wer sich selbst nicht zu sehen bereit ist, der lebt weiter in der kollektiven Illusion. Vielleicht in einer schöneren, angenehmeren Variante. Aber immer noch in einer Illusion. Und so lange kann man in der Welt nichts bewegen. Absolut nichts. Aber das sollten wir wollen. Das denke ich jedenfalls, wenn ich mir die Welt ansehe.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.

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