Innen, Außen und das integrierende Prinzip

Was wir erleben und was es in Wahrheit ist, ist nicht identisch, aber beides ist wirklich.

Wir erleben uns als ein eigenständiges Wesen, das für sich selbst denkt, entscheidet und macht, unabhängig von den Dingen um uns herum. Mit anderen Worten, wir sind autopoietische Wesen. Doch wie können wir dann Eins sein?

Betrachten wir unser ganz normales Leben, dann gibt es im Grunde drei wichtige Bereiche. Da ist einmal das sogenannte ,Außen‘, der gesellschaftliche Raum, wenn wir vor die Haustür treten und mit der Außenwelt in Kontakt und in Beziehung treten. Dann ist da der private Raum, der persönliche Raum, den wir höchstens mit uns nahestehenden Personen teilen. Und letztlich gibt es noch den inneren Raum, zu dem nur wir selbst Zutritt haben. Meist ist dies kein wirklicher Raum mehr, sondern nur noch ein innerer Raum, ein rein geistiger Raum.

In diesem Raum finden wir selbst statt, bildlich gesehen. Hier erleben wir die Welt und uns selbst, unsere Emotionen, Gefühle, Gedanken. Erleben findet nicht im Außen statt, sondern nur im Innen. Außen kann es ja nicht stattfinden. Da liegt für viele bereits der erste Hund begraben, setzen Sie doch das Außen mit dem inneren Erleben, also dem Innen gleich. Doch tatsächlich gibt es nur dieses Innen, in dem wir etwas erleben können.

Wenn wir das einmal begriffen haben, dann schrumpft der äußere Raum zusammen wie ein prall aufgeblasener Luftballon, aus dem man die Luft herauslässt. Bis zum Schluss irgendwie kaum noch etwas übrig bleibt. Nur ein paar Materieklumpen. Die sind ja auch irgendwie nicht das, was sie scheinen, aber das soll hier nicht weiter interessieren, das verwirrt nur noch.

Was wir also im Außen und was wir im Innen erleben, beides erleben wir in einem geistigen Raum, dem einzigen Raum, in dem Erleben überhaupt stattfinden kann. Außen und Innen erleben wir also in ein und dem selben Raum. Denkt man eine Weile darüber nach, dann wird einem, mal schneller, mal langsamer, also dann wird einem klar, dass Außen und Innen nicht nur letztlich, sondern tatsächlich ein und das selbe sind – das Erleben im geistigen Raum.

Das zu verstehen ist das Eine. Das Andere ist, Sie ahnen es vielleicht schon, das nicht so leicht zu bewerkstelligen ist, das ist, wie wir das in unserem Leben realisieren können – ganz praktisch. Dass das so schwierig ist, liegt nicht an der Sache selbst, sondern allein an der Tatsache, dass unser Gehirn noch unzutreffend organisiert ist. Wir haben eben zu Anfang noch immer die Welt im Kopf, wie wir sie uns bisher gedacht haben.

Und das dauert eben, das ordentlich neu zu strukturieren. Wichtig ist, das nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, denn sonst bleibt es letztlich alles beim Alten. Doch wie soll diese Neu-Organisation ablaufen? Am einfachsten ist es, solange man noch in den Kategorien des bisherigen Denkens denkt, also dann ist es am einfachsten, man gestaltet den äußeren und privaten Raum bewusst so, also man organisiert sich im Außen so, als wäre man schon dort angekommen, wo man hin möchte.

Heisenberg hat einmal gesagt, Geist sei Materie, die als Geist erscheint und Materie sei Geist, die als Materie erscheint. Heißt auf deutsch: Materie ist Geist und Geist ist Materie. Nicht eins und nicht zwei. Praktisch bedeutet das, dass es egal ist, womit wir anfangen, Hauptsache, wir fangen an. Haben wir es letztlich intellektuell erfasst, realisieren wir es. Haben wir es realisiert, erfassen wir es intellektuell. Nun fällt uns das Praktische, also die Realisation, definitiv leichter. Also fangen wir damit an.

Und was ändert sich damit? Eigentlich überhaupt nichts. Nur wir selbst sehen die Dinge, wie sie sind.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.