Kämpfen Sie!

Aber mit dem Richtigen!

Und das ist man selbst, nur man selbst. Mit einem Anderen zu kämpfen ist Unsinn, da wir doch letztlich alle Eins sind, auch wenn das viele nicht sehen wollen oder noch nicht annehmen können.

Also ich schneide mir auch nicht mit der rechten Hand, weil die bessere, einfach mal so die linke Hand ab. Oder lass mir eine Gehirnhälfte amputieren, weil ich lieber mit der logischen Seite arbeite statt mit der intuitiven. Oder war es umgekehrt? Na, egal, ich behalte sie beide.

Warum aber trennen wir Menschen die Welt, die wir außerhalb von uns wahrnehmen, in einzelne Bestandteile auf, die wir mögen oder nicht mögen? Heute las ich eine Riesen-Werbung für Soja. Dabei essen wir doch schon jede Menge Soja. Zwar nicht direkt, sondern wenn es durch Tiermägen gewandert ist. Blöd nur, dass wir dafür Regenwald abgeholzt haben.

Aber wer denkt schon an die Süd-Amerikaner oder wen auch immer das trifft. Weit weg. Oder vielleicht doch ganz nah? Würden Sie sich, mal so als Beispiel, einen Lungenflügel herausnehmen lassen? Sicher nicht.

Aber was hat das mit dem Regenwald zu tun? Die einen sagen ‚weit weg‘, die anderen sagen ‚das ist unsere Lunge‘. Nur wer hat jetzt Recht? Faktisch kann nur einer Recht haben, tatsächlich aber haben beide Recht. Aus ihrer jeweiligen Perspektive.

Und das ist das Problem. Ich kann ja nur das glauben, was ich denken kann. Wenn ich eine bestimmte Erfahrung nicht hatte oder mir das entsprechende Wissen nicht angeeignet habe, dann habe ich auch keine neuronale Vernetzung gebildet, auf die ich zurückgreifen könnte und die mich das dann denken lässt.

Übrigens ein Grund, warum das ‚du sollst nicht denken‘, das in vielen esoterischen oder sonstigen Schulen als Heilsweg gepriesen wird, meines Erachtens nach unsinnig und auch kontraproduktiv ist. Wir denken nämlich ständig, also sollten wir auch tunlichst darauf achten, was und wie wir denken. Etwas anderes ist es mit dem ständigen Nach-denken, das sollten wir wirklich lassen. Was anderes ist es mit Kontemplation und Reflexion.

Also muss ich, will ich wirklich anders denken, in einen Raum gehen, der mich anders denken lässt. Und das dann aber auch so lange, bis der entsprechende Umbau und Neuausrichtung des neuronalen Netzwerkes abgeschlossen ist. dann, aber erst dann kann ich wieder zurück in den normalen Modus, nur ich werde ein anderer sein.

Ich vergleiche das gerne mit einem Aikido-Zendo. Dort ‚unterwerfe‘ ich mich den für mich erst einmal fremden Regeln und Gebräuchen und zwar solange, bis ich mich nicht mehr ‚unterwerfe‘, sondern es ganz selbstverständlich ‚aus mir heraus‘ mache.

Und warum dann überhaupt kämpfen? Weil wir uns Anfangs zwingen müssen. Da ist dann des Öfteren ein heftiges Ringen mit den alten Gewohnheiten, also mit den alten Denkstrukturen angesagt. Ist genau so, wie wenn ich dauerhaft 20 Kilo abnehmen will. Das ist auch oft ein Ringen mit sich selbst. Oder mit dem Rauchen aufzuhören. Hinter all diesen Lastern stecken ja Denkstrukturen.

Mir ist es immer am Leichtesten gefallen, wenn ich einen radikalen Schnitt vollzogen habe. Also keine Absichtserklärungen, sondern in das kalte Wasser springen. Funktioniert aber nur, wenn man ein wirklich gutes Controlling an der Hand hat. Keine Ausnahmen. Klare Regeln, klare Prinzipien. Und vor allem für andere erkennbar. Ich habe mal gelernt, man solle seine Ziele anderen nicht verraten, sonst sei man blamiert, wenn man dann doch scheitert. Mag sein, aber ich halte das in den meisten Fällen für den falschen Weg.

Lassen Sie alle anderen wissen, was Sie vorhaben. Damit bauen Sie sich nämlich selbst den Druck auf, der Sie auf Kurs hält. Wer blamiert sich schon gerne selbst! Also ich definitiv nicht!

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.