Klares Denken

Was wir üblicherweise als Denken bezeichnen, ist das mechanische Aneinanderreihen von immer neuen Gedanken. Jeder neue Gedanke aber bringt weitere Erklärungs- und damit Handlungsalternativen oder -Varianten hervor. Die Folge ist, dass wir immer  unsicherer werden und uns ständig Gedanken machen, ob das überhaupt richtig ist, was wir da denken oder tun.

Dabei wissen wir aus Erfahrung, dass der erste, spontane Impuls oft der richtige Gedanke war. Und es ist ja auch wissenschaftlich belegt, dass diejenigen, die sich etwa beim Kauf eines Autos nur auf wenige Kriterien konzentrieren bzw.. Spontan entscheiden, meist die wesentlich bessere Wahl treffen. Spontanes Denken ist Intuitives Denken, ist, wie es im Zen heißt, Denken durch Nicht-Denken.

Kreativität und Intelligenz lassen sich eben nur durch Intuition und Spontanität hervorbringen. Doch das hat einen Haken. Denken geschieht ja nicht aus dem Nichts und fällt uns auch nicht aus dem Himmel zu, sondern geschieht messbar in unserem Gehirn – auch, wenn wir darauf nicht reduziert und keine biologische Maschine sind.

Wir sind Benutzer unseres Computers genauso wie unseres Gehirns. Heißt, beide müssen mit den richtigen Programmen ausgestattet sein, damit als Ergebnis auch genau das herauskommt, was uns weiterhilft im Leben. Aber genau das ist, zumindest bei unseren Gehirnen, definitiv nicht der Fall, solange wir uns nicht bewusst damit auseinander setzen und für neue geistig-mentale Strukturen sorgen.

Also heißt der erste Schritt, den ganzen Müll in unserem Gehirn erst einmal überhaupt zu erkennen. Der zweite Schritt ist für einen bewussten, wesentlichen und wahrhaftigen Input zu sorgen. Der dritte Schritt ist zu verstehen, wie Gefühle, Empfindungen, Gedanken und Ansichten überhaupt zu Stande kommen. Der vierte Schritt ist den Raum für neue Erfahrungen zu schaffen, weil nur die die in der Lage sind, in unserem  Gehirn neue neuronale Strukturen anzulegen.

Erst wenn wir alle diese Schritte durchlaufen haben, wird die wesentliche Frage in ihrer ganzen Tragweite deutlich: Woran orientieren wir uns? Worauf ist unser Denken ausgerichtet? Was streben wir überhaupt an? Es ist paradox, ab erst wenn wir wirklich verstanden haben, was beim Denken überhaupt passiert, erst dann können wir die Frage nach dem Ziel unseres Seins fragen; erst hier kann  die Notwendigkeit des bewussten Strebens für uns erfahrbar werden.

Letztlich geht es ja nicht um klares Denken, sondern um den Sinn unseres Seins.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.