Klartext 

Es ist an der Zeit, endlich Tacheles zu reden.

Fast alle reden irgendwie ständig um den heißen Brei herum. Die einen, weil sie es nicht besser wissen und / oder weil sie sich keine grundlegenden Gedanken über die gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Zusammenhänge machen, aber dennoch glauben, sie wüssten ganz genau Bescheid.

Die anderen, weil sie sich zwar Gedanken über die Zusammenhänge machen und es besser machen wollen, ethnisch korrekt und nachhaltig, aber das grundlegende und eigentliche Problem noch nicht sehen können, weil sie von unzutreffenden Annahmen  ausgehen.

Und dann gibt es noch die, die sehen können, was falsch läuft, aber oft nicht den Mumm haben, Farbe zu bekennen und zu sagen, was ihrer Meinung nach das wirkliche Problem ist. Also jedenfalls denken sie das und versuchen herauszufinden, ob sie damit richtig liegen. Statt einfach einmal Tacheles zu reden. Auch auf die Gefahr hin, dass sich herausstellt, dass ihre Gedanken falsch sind.

Das ist vielleicht der Punkt, der sie von manchen anderen unterscheidet. Sie behaupten nicht zu wissen, was die Welt bewegt, aber sie streben danach, es zu untersuchen und zu ergründen und so exakt zu wissen, was zu wissen uns aktuell möglich ist. Wissen ist und bleibt nun einmal Empirie und beruht nicht auf objektiven Fakten, was aber keine Einladung für Fake-News ist.

Wer sich selbst und sein Denken aus den Überlegungen herausnimmt, hat wohl einen Denkfehler. Aber nicht nur das, sondern sie machen sich auch weiter Gedanken darüber, nicht, wie sie leben wollen, sondern wie es richtig ist zu leben. Und was das nicht nur für sie, sondern für die Welt bedeutet. Und damit meine ich das ganze Ding, nicht nur ein Teilaspekt davon.

Worum also geht es? Es geht darum, dass die Welt, ja der gesamte Kosmos, wie ein einziger Körper ist, in dem jede Zelle ihre spezifische Aufgabe hat. Korrekterweise müsste man das ‚wie‘ weglassen. Das würde bedeutet, dass die Konflikte, Auseinandersetzungen und Probleme, die wir landauf, landab haben, nichts anderes als Krankheiten des Systems sind. Und eine Krankheit heißt nicht, dass man sie loswerden oder rausschneiden könnte, sondern es bedeutet, dass man etwas noch nicht verstanden hat und immer noch am Symptom herumdoktert, aber die eigentliche Ursache noch nicht kennt.

Es gibt nicht das ,Böse‘ an sich, das man loswerden könnte. Niemand tut etwas für ihn selbst Falsches. Die Frage muss immer sein, was denjenigen so hat werden lassen, wie er eben ist. Allein das kann uns der Antwort auf unsere Fragen näher bringen. Also müssen wir verstehen, wo der Wurm in unserer Wahrnehmung steckt. Ändern wir die Wahrnehmung, beginnen wir ein neues Spiel.

Doch das bedeutet letztlich auch, sein Welt- und damit sein Menschen- und vor allem sein Selbstbild aufzugeben. Das scheint den meisten so zu sein, als würden sie bei vollem Bewusstsein jegliche Orientierung in Raum und Zeit verlieren. Oder haben Sie einmal einen Arzt gefunden, der so mir nichts dir nichts TCM, also traditionelle Chinesische Medizin, super findet, wenn er sich noch nie damit beschäftigt hat?

Und das ist leider wirklich so, denn wir leiden nicht nur unter einem Wahrnehmungsfehler, sondern letztlich unter einem Bewusstseinsfehler. Der ,Schwindel‘, den wir dabei zu erleben glauben hört aber erst auf, wenn wir uns wirklich darauf einlassen. Darum meistern das auch nur die, die nicht nur darüber reden, sondern sich ganz konkret in dieser scheinbar anderen Welt einzurichten in der Lage sind. Es ist, als ginge man in ein Dojo und unterwirft sich einer anderen Ordnung, einer Ordnung, frei von jeglicher Ichhaftigkeit.

Das Verrückte dabei ist: Nichts ändert sich wirklich. Alles, was man zu erkennen in der Lage ist, war schon immer in einem vorhanden. Alles ist wie immer – und doch ist es ganz anders. Das, was wir bisher immer als Problem angesehen haben, entpuppt sich eben als ein schlichter Irrtum, ein ,Fehler‘ im Bewusstsein.

Wir brauchen nur die Angst vor den Neuen und uns Unbekanntem aufzugeben. Das ist das Entscheidende.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.

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