Koans, wohin man schaut

Mir scheint, das ganze Leben ist ein Koan.

Was natürlich zuerst einmal die Frage aufwirft, was ein Koan eigentlich ist. So eine Art Denksportaufgabe oder darf’s alles sein, nur nicht logisch?

Wikipedia sagt dazu folgendes: Ein K_an (Öffentlicher Aushang) ist im chinesischen Chan- bzw. japanischen Zen-Buddhismus eine kurze Anekdote oder Sentenz, die eine beispielhafte Handlung oder Aussage eines Zen-Meisters, ganz selten auch eines Zen-Schülers, darstellt.

Also geht es um das Dharma. Der Begriff steht für das kosmische Gesetz, alle Manifestation der Wirklichkeit und die Darlegung der Lehre. Klingt auch wie ein Koan, denn wie können so unterschiedliche Dinge mit ein und demselben Begriff zu erfassen sein? Weil es die eine Wirklichkeit ist. Sie entsteht, sie ereignet sich und sie wird reflektiert.

Und darum geht es in einem Koan – um die Erfahrung der Wirklichkeit. Und Erfahrung ist nicht, dass man etwas intellektuell kapiert hat, sondern dass man es begriffen hat, was gleichbedeutend damit ist, dass man davon sichtbar (!) ergriffen wurde. Darum spricht Graf Dürkheim auch immer von Spürbewusstsein.

Angenommen, der Meister legt uns die Gesetzmäßigkeiten des Kosmos dar. Dann wäre eine Antwort etwa, dass einer aufsteht und sein Zimmer aufräumt. Oder auf seinem PC Ordnung schafft. Oder nach Kaizen-Regeln fragt. Oder  den Satz alles ist bedingt“ reflektiert. Eine Antwort wäre das jedoch nur dann, wenn sich das auch in seinem Verhalten zeigt. Oder man zumindest merkt, dass sie oder er seine Praxis erkennbar darauf ausrichtet.

Bedenkt man das alles, was kann dann kein Koan sein, was uns im Leben begegnet?

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Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.