Krieg oder doch eher Symbiose?

Gerade lese ich eine Rezension zu einem Buch über die Körperabwehr gegen Viren, Mikroben und Parasiten. Dabei kam mir der Gedanke, dass unser üblicher Blick auf die Körperabwehr vielleicht einfach nur falsch ist.

Gäbe es nämlich keine Viren, Mikroben und sogenannte Parasiten, nennen wir sie mal freundlich Mitbewohner, waren wir schon längst tot. Eigentlich wäre es wohl richtiger zu sagen, wären wir gar nicht erst am Leben.

Ein 70kg schwerer Mensch besteht so in etwa aus 30.000.000.000.000 Körperzellen. Und mindestens genauso vielen Bakterien, vielleicht sogar viel mehr. Da streiten sich noch die Forscher. Und mit Viren ist es genauso. Da gibt es nämlich auch die ‚Guten‘ unter ihnen!

Nun habe ich mal spaßeshalber gegoogelt, was es da so im Internet zu lesen gibt. Schrecklich! Kampf an allen Ecken und Enden! Da gibt es Mittel, um sich möglichst frei von Bakterien zu halten. Dumm nur, dass die ja auch vor krankmachenden Keimen schützen. Also doch lieber nicht und sich kampflos ergeben und nie mehr die Hände waschen?

Was ich damit sagen will ist, ob wir nicht irgendwie im falschen Film sind, wenn wir das Thema weiter nur mit Kriegsmetaphern diskutieren. Wäre es nicht angebracht, die Definition von ‚gut‘ und ‚schlecht‘ irgendwie aufzugeben und nach anderen sprachlichen Metaphern zu suchen, mit denen wir die Dinge besser verstehen können? Wären wir dann vielleicht eher in der Lage, diese phänomenologische Suche nach einem Gleichgewichtszustand eher zu begreifen?

Es gibt ja nichts auf der Welt und im Universum, was da nicht hingehört. Alles hat in diesem sich selbst organisierenden System ja seinen Sinn, selbst dann, wenn wir den nicht zu erkennen in der Lage sind. Wäre es nicht an der Zeit, mit diesen ‚richtig‘ und ‚falsch‘ Zuweisungen aufzuhören?

Außer natürlich, ich fahre einen falschen Weg, etwa wenn ich von hier nach dort will, also wenn ich Richtung Norden fahre, aber in den Süden will. Und über den Nordpol ist es wohl doch eher beschwerlich. Also falsch. Aber in allen anderen Fällen, wo das nicht so eindeutig ist?

Ganz abgesehen von unseren normalen Auseinandersetzungen. In der Familie, der Gesellschaft, dem Business und der Politik. Sollten wir da nicht endlich mal mit den Kriegsmetaphern aufhören? Wenn Gottesfürchtige Menschen sich solcher Metaphern bedienen, dann sehe ich in meiner Vorstellung immer Gott tief betrübt dreinschauend den Kopf schütteln.

Aber was ist dann mit seiner Allmacht? Diese kindliche Frage drängt sich mir dann immer gleich auf. Doch eher eine Strafe Gottes? Oder eine zu lösende Aufgabe? Oder ist das unsere Freiheit, das heraus zu bekommen, und er schaut nur so betrübt drein ob unserer Ignoranz und unseres Unwillens zu sehen, was doch so offensichtlich ist statt endlich zu kapieren, was wir doch ‚eigentlich‘ schon längst wissen?

Warum nur ist uns das, was wir so an Emotionen den Tag über ausbrüten viel wichtiger und warum erscheint es uns wahrer als die Tatsachen, die wir doch schon längst wissen, aber nicht wirklich hören wollen?

Irgendwie verrückt, oder?

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.