Kunstwerke sollte man nicht erklären müssen

Beschreibungen und Erklärungen hindern uns daran, sie zu erfahren.

Alles, was ich beschreibe oder erkläre und das nicht mechanischer Natur ist, kann ich nicht mehr wahrnehmen im Sinne von erfahren. Was ja auch leicht zu verstehen ist. Will ich etwa das Universum beschreiben, dann geht das nur mit einem Trick: Ich muss mich gedanklich als etwas davon Getrenntes sehen. Dann aber kann ich es nicht, weil ich es bin, der dieses Universum wahrnimmt.

Also muss ich so tun, als ob meine Sicht auf die Welt objektiv wäre, sonst kann ich mir keine subjektiven Gedanken darüber machen. Nur ist meine Sicht von der Welt nicht objektiv, sondern Folge meiner ganz persönlichen Lebenserfahrung und dem, was ich daraus schließe.

So kann ich das Werk eines Künstlers beschreiben, etwa, wie es entstanden ist oder was seine Motive waren, doch das Kunstwerk als solches kann ich dann nicht erfahren. Das Kunstwerk ist nicht das Werkstück und auch nicht die Intention des Künstlers, sondern alleine meine unmittelbare, numinose Erfahrung.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.