Man sollte sich gut überlegen, was man denkt.

Das aber bedeutet erst einmal überhaupt zu wissen, wie man denkt.

Doch üblicherweise müssen wir das Pferd entzäumen, um es dann richtig aufzäumen zu können. Nicht, dass wir das nicht schon einmal taten. Aber die Kindheit ist für die meisten schon lange vorbei.

Wir Menschen haben es üblicherweise ja gerne berechenbar. Nur ist das Leben alles andere als das. Das haben mittlerweile viele Wissenschaftler und da insbesondere  die Physiker erkannt. Warum ich das erwähne? Einfach deshalb, weil wir uns ein Beispiel an ihnen nehmen können. Oder vielleicht doch sollten? Physiker haben ja den Ruf, vor allem die theoretischen Physiker, alles in mathematischen Gleichungen ausdrücken zu wollen. Sogar für die ganz elementaren Dinge haben sie Gleichungen. Denken Sie nur an Einsteins ,e = mc2′. Doch das bedeutet nun eben nicht, dass die Welt berechenbar wäre. Das ist ein großer Trugschluss! Es ist wie mit uns Menschen.

Die Grundstruktur ist klar, eindeutig und gut beschreibbar. Dazu gehört vor allem, wie Denken an sich geschieht. Doch wer glaubt, das ließe Rückschlüsse darauf zu, was aus einem wird, der irrt sich gewaltig. Ist ja auch logisch, schließlich sind wir ja wie alles andere auch Kosmos. Und nicht nur ein Teil davon, auch wenn wir uns gerne so benehmen, als wären wir die Einzigen auf der Welt, die was zu melden hätten. Es ist ein Irrtum zu glauben, nur weil wir eine eindeutige Struktur haben, würden wir auch eindeutig handeln. Falsch gedacht! Das ist, was wir lange übersehen haben. Die Ergebnisse oder Produkte dieser Struktur sind nämlich vollkommen komplex. Zwar immer logisch, aber nicht vorhersehbar. Wunderbar paradox!

Gehirne sind nach immer demselben Muster angelegt. Eigentlich wie Computer. Doch ein reiner Computer ist, na ja, ziemlich langweilig. Im Gegensatz zu Computern fängt bei uns das Programmieren schon in der Bauphase an. Und die Programme laden wir uns ja nicht irgendwie auf unsere Festplatte, sondern programmieren alles selbst, mit Intuition, Wissen, Erfahrungen, Abgeschautem und so weiter und so fort. Und diese Programmierung macht dann definitiv aus, was wir so den Tag über denken. Daraus folgt unmittelbar und ziemlich logisch, um nicht zu sagen zwingend, dass, wollen wir unsere Denkinhalte irgendwie ändern oder auch nur verändern, wir erst einmal verstehen müssen, wie diese Denk-Programme überhaupt in unseren Kopf gekommen sind.

Einstein hat ja unter anderem festgestellt, dass wir Menschen üblicherweise an einem Wahrnehmungsfehler leiden. Er hat aber auch erkannt, dass man ein Problem nicht auf der selben Ebene lösen kann, auf der es auftritt, sondern nur eine Stufe höher oder tiefer, je nach Gusto, aber unbedingt grundsätzlicher. Wir müssen also die Grundlage herausfinden, die den Denkfehler überhaupt erst entstehen lässt. Vergleichen könnte man das so, als würden wir eine Kamera mit einem Objektivfilter benutzen, der die Abbildungen ganz anders aussehen lässt, als sie wirklich sind. Und zwar derart anders, dass man es nicht wiedererkennt, macht man ein Bild ohne den Filter. Als wären es zwei Wirklichkeiten, die nichts miteinander zu tun haben.

Das ist zum einen der Grund, warum ich sage, man sollte sich gut überlegen, was man denkt. Doch es gibt noch einen anderen, der auf dem ersten Gedanken aufbaut. Was Sie denken ist nämlich nicht nur Ihre Wirklichkeit, sondern ein Aspekt der Wirklichkeit überhaupt. Da ist einerseits, dass wir in einer gedanklichen Konstruktion von Wirklichkeit leben. Das heißt, wir gestalten mit unseren Gedanken in letzter Konsequenz Wirklichkeit. Doch es geht noch weiter. War Wirklichkeit für die alten Griechen etwas absolut Reales und nur die Frage war offen, wie wir diese Wirklichkeit interpretieren – wovon ja noch sehr viele immer ausgehen – , sie sich also fragten, wie diese Wirklichkeit in unseren Kopf kommt, so ist das Feld, dank den Quantenphysikern mittlerweile auch experimentell erwiesen, noch erheblich weiter und auch immer weniger vorstellbar geworden.

Weil Bewusstsein beziehungsweise Bewusstheit unsere Wirklichkeit bedingt, also das, was ist und nicht etwa, was wir ,nur‘ wahrnehmen. Und nicht etwa können, nein, was wir absolut wahrnehmen. Stellen Sie sich vor, sie sitzen im Garten und es quakt um Sie herum, weil Sie es denken. Quatsch, würde man da meinen. Aber so einfach ist das nicht. Natürlich quakt es nicht, weil Sie das wollen, aber warum hat sich Einstein gefragt, ob der Mond da wäre, wenn keiner hinschaut? Er befürchtete nämlich, dass es so sein könnte. Da fällt mir gerade eine interessante Untersuchung ein. Man hat eine Klasse aufgeteilt, einer rechts, einer links. Einfach so.

Dann sagte man den Lehrern (und vielleicht auch Lehrerinnen, keine Ahnung), dass die eine Hälfte besonders clever wäre, die andere nicht. Und wer hätte es gedacht: Dir angeblich Klugen hatten hinterher eindeutig bessere Noten. Also wenn das funktioniert, sollte man sich verdammt gut überlegen, was man über andere denkt. Es könnte Wirklichkeit werden. Und das mit den Fröschen sollten wir vielleicht einmal einen Aborigine fragen. Könnte passieren, dass er nur zu grinsen anfängt. Fest steht, dass wir vieles nicht wissen. Und vor allem auch nicht, wozu wir letzten Endes fähig wären, wenn wir es denn wüssten.

Ich denke, das Problem liegt darin, dass wir Normalos nur glauben, was wir sehen. Da ist eine Wand und da bin ich. Zwei Materieeinheiten, die sich nicht durchdringen können, es sei denn, etwas geht zu Bruch. Doch wie wäre es, wenn ich mich selbst nicht als eine Ansammlung von Materie ansehen würde, sondern als eine Menge Informationen, die sich eines Materieklumpens bedienen. Damit wäre auch erklärt, wie ich fast 30 Kilo Materie loswurde, aber immer noch der Alte geblieben bin. Klingt doch logisch, oder? Wenn ich diesen Gedanken einmal weiterspinne, dann heißt das, ich müsste nur meine Information an einen anderen Ort beamen – und könnte mich dort, sofern entsprechende verfügbare Materie zur freien Verfügung vorhanden ist, wieder materialisieren. Klingt irgendwie kompliziert, aber auch logisch. Wenn ich da an die Versuche von Zeilinger denke, dann sogar verdammt logisch.

Jedenfalls genug Gründe, sich einmal Gedanken darüber zu machen, was man so denkt. Aber das bedeutet, sich zu aller erst einmal bewusst zu sein, wie wir überhaupt denken. Nicht mit was und was da Aktivitäten zeigt, sondern wie.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.