Mut und Klarheit

Haben wir den Mut und die gedankliche Klarheit, die notwendig ist?

Der Gedanke kam mir gerade, in einem Gespräch über die Rolling Stones, wie alt ich bin, wie alt Willy Brand damals war, warum ich seinetwegen in die SPD eintrat und warum ich wieder austrat, dass ich mir meine Haare nicht färbe und das dann bei Joan Baez landete. Also das ist meine Seite des Gesprächs. Ein guter Grund, mal wieder in meiner CD-Sammlung zu stöbern und eine CD von ihr anzuhören.

Mir ging dabei immer wieder ein Gedanke aus dem Gespräch durch den Kopf: … wir sollten uns eine Scheibe abschneiden von ihrem Mut und ihrer Klarheit. Joan Baez ist für mich eine von denen, die eine klare Meinung hatten und immer noch haben, die, die sich nicht von Beruf und Alltag korrumpieren ließen.

Als ich mir dann das Lied Ain’t Gonna Let Nobody Turn Me Around anhörte, wurde mir mal wieder bewusst, dass sich seit meiner Jugend eigentlich nicht viel geändert hat. Mit einem Wort: Wir, also die Jugend der 68er, haben den gesellschaftlichen Turnaround nicht hinbekommen.

Was also tun angesichts der Tatsache, dass es aktuell eher nach einer Rolle Rückwärts aussieht? Ganz einfach: Sich erinnern, wofür man einmal eintrat. Und sich selbst treu bleiben. Den Mund aufmachen statt Klappe halten. Einstehen für unsere Werte von Menschlichkeit und Gerechtigkeit.

Aber bitte anders. Was damals nicht funktionierte, funktioniert auch heute nicht. Also nicht the same procedure as every year. Heißt zusammensetzten und klären, warum man die Menschen nicht erreicht. Aber statt über die anderen zu schimpfen und herzuziehen sich fragen, was habe ich falsch gemacht.

Das ist die Aufgabe. Alles klar?

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.