Nur das Positive sehen – oder auch das, was falsch läuft in der Welt?

Warum ich denke, dass wir gerade auch das zu erkennen suchen sollten, was falsch läuft in der Welt.

Wir Menschen bilden uns ja sehr viel auf die Leistung der grauen Masse ein, die sich in dem oberen Bereich unseres Schädels befindet. Wir sprechen immer von meinem Gehirn, dabei ist die Frage doch eher, ob es nicht einfach nur ein menschliches Gehirn ist, das im Laufe der Evolution das geworden ist, was es eben ist. Naja, eigentlich ist das keine Frage, sondern erscheint mir logisch, dass auch ich nur ein Aspekt eines Prozesses bin, der sehr, sehr lange vor mir begonnen hat. Genau genommen begann dieser Prozess ja mit dem Urknall oder was auch immer dieses Universum hat entstehen lassen. Wenn es nicht schon immer da war. Aber das sind Dinge, die wir uns nun einmal nicht vorstellen können.

Also reden wir über das, was wir uns vorstellen beziehungsweise denken können. Wir stellen jedes Frühjahr fest, dass die Vögel wieder da sind und brüten. Doch machen wir einen Unterschied, fragen wir welcher Vogel genau? Nein, machen wir nicht. Wir nehmen die Natur als einen Prozess wahr, und genau das sollten wir auch mit uns selbst tun. Uns als Ausdruck eines Prozesses sehen. Also stellt sich die Frage, was der Motor der Evolution ist. Oder zumindest ein wichtiger Aspekt. Dann stellen wir nämlich leicht fest, dass unser Gehirn in allen Lebensbereichen auf eines aus ist. Und das ist definitiv Sicherheit.

Dass dabei Lebensmuster herausgekommen sind, die Chaos und Terror in die Welt gebracht haben und dass dieses Sicherheitsbedürfnis möglicherweise dazu führen kann, das wir uns den Ast absägen, auf dem wir sitzen, das macht nachdenklich. Andererseits kann es ja auch sein, dass die evolutionäre Entwicklung des Menschen, angetrieben durch seinen Forschungsergebnisse- und Wissensdrang gerade dabei ist, eine Welt zu verlassen und in eine neue zu kreieren. Wobei wir grundsätzlich davon ausgehen müssen, dass es eine Welt außerhalb unseres Gehirns nicht gibt. Also gehen wir einmal davon aus, dass die radikalen Konstruktivsten recht hätten.

Angenommen, ich baue mir ein Auto zusammen. Nur mal angenommen. Aber ich habe, natürlich wirklich nur angenommen, einen gravierenden Denkfehler über die Funktionsweise von Automotoren und der Kraftübertragung. Ich weiß nämlich nichts von Getrieben. Also kann ich eine noch so starken Motor einbauen, die Höchstgeschwindigkeit meines Autos wird nicht gerade berauschend sein. Bis mich jemand auf den Fehler hinweist uns mir sagt, ich solle doch bitte endlich ein Getriebe einbauen.

Logisch, nicht? Wenn ich nun uns Menschen betrachte, dann erleben wir uns zwar als etwas Eigenständiges. Aber sind wir das wirklich? Bin ich nicht wie jeder andere auch nur eine Zelle in einem Körper namens ‚Welt‘, die an ihrem Platz ihren Job für das Ganze verrichtet? Und die ohne das Ganze selbst nicht existieren würde? Würde sich nicht mein Leben unmittelbar ändern, wenn der Rest der Menschheit aufhören würde, sich gegenseitig zu bekriegen? Und würde ich, lebte ich beispielsweise in Syrien, mich nicht vielmehr dafür interessieren, wie man den Konflikt beenden kann? So langsam kommt der ja auch bei uns an. Wann also würden wir dazu übergehen, das Problem persönlich zu nehmen und uns darum bemühen, es zu lösen?

Das Gute dabei ist nämlich, dass immer da, wo es auch eine Ursache für etwas gibt, es einen Anfang gibt. Und wo es einen Anfang gibt, kann man auch etwas beenden. Ich war gestern auf einem Geburtstag. Irgendwie kamen wir auf die Selbstbedienungsmentalität der Manager. Aber, Hand aufs Herz, tun das nicht irgendwie alle, dass sie nehmen, was sie kriegen können? Der Unterschied besteht irgendwie nur in den Dimensionen. Und wenn ich die Menschheit (ich mache das System mal etwas kleiner) als einen Organismus ansehe, dann ist es doch logisch, dass wir so unterschiedlich wie wir uns gerne sähen nun doch nicht sind. Oder haben Sie nicht auch mal sich widersprechende Gedanken und wissen nicht so recht, was richtig wäre zu tun? Würden Sie dann auch sagen: ‚Was kümmerst mich?‘

Also sollte ich nicht versuchen, den grundlegenden Wahrnehmungsfehler herauszufinden und in das ganze System zu kommunizieren, damit wir endlich aus dem Chaos herauskommen, das in der Welt herrscht? Wir können doch nicht so tun, als wären wir an all dem, was in der Welt passiert, ganz unbeteiligt und unsere Hände in Unschuld waschen! Das könnten wir nur, wenn wir wirkliche eigenständige, aus sich selbst heraus existierende Wesenheiten wären. Das sind wir aber definitiv nicht. Also sollten wir uns auch um das kümmern, was in der Welt schief läuft, denn das steckt uns allen im Gehirn.

Das heißt nun wirklich nicht, wir sollten jammernd und klagend durch die Welt laufen. Ich halte es da eher mit dem Stockdale Paradox. Den Realitäten ins Auge schauen, aber niemals die Hoffnung aufgeben. Übrigens war das genau die Haltung, die Nelson Mandela die Zeit in südafrikanischen Gefängnissen hat überstehen lassen und seinen Gegnern am Ende die Hand zur Versöhnung reichen ließ. Will ich in einer anderen Welt leben, und ja, das will ich, dann muss ich auch wissen, was schief läuft, damit der Prozess der Welt eine andere Richtung nimmt. Denn ich bin wie jeder andere auch der Prozess selbst. Sollten wir nicht vergessen. Also müssen wir auch alle erreichen wollen.

Noch ein Satz zu dem Wahrnehmungsproblem. Das haben nicht nur Quantenphysiker erkannt, aber deren Metier ist so wunderbar praktisch. Man kann es nämlich unmittelbar überprüfen. Stellen Sie sich einmal vor, mein Körper hätte irgend ein bösartiges Gewächs. Würde dann der Rest des Körpers sagen, interessiert mich nicht, mit denen kann man ja nicht reden? Oder würde der Körper sehr wohl mit dem Gewächs reden? Und genau dafür sprechen ja Spontanheilungen. Irgendetwas hat funktioniert, ein anderer Gedanke, ein anderer Blickwinkel.

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