Probleme und ihre Lösungen

Meist oder vielleicht auch immer ist es einfach. Wenn man bereit ist, die eigene Perspektive zu ändern.

Gestern hörte ich ein, gelinde gesagt, zorniges Statement von Harald Lesch über die Gier und den Egoismus der Welt. Besonders gefallen hat mir seine Bemerkung am Anfang, dass er sein (neuestes?) Buch ‚Die Welt hat Mensch‘ nennen wollte, der Verlag das aber aus marketingtechnischen Gründen ablehnte.

Marketing toppt Realität. Das ist dann die Wirklichkeit, in der wir leben. Nun gut. Mir kam im darüber Nachdenken der Gedanke in den Sinn, dass nicht die SUV´s das Problem sind, sondern die Besitzer. Und die auch nicht, sondern deren Selbstdarstellungstrieb. Doch woher kommt der?

Erinnert mich an Allergien. Eine Allergie entsteht ja dadurch, dass etwas als Feind identifiziert wird, das aber gar kein Feind ist. Und schon hat man ein Problem. Also wechselt man die Perspektive. Weil eben nicht die Pollen das Problem sind, sondern das in mir, das in etwas einen Feind sieht, was aber kein Feind ist. Und weil da kein ‚echter‘ Feind ist, mit dem man kämpfen könnte, kämpft man sozusagen mit sich selbst. Ich kenne mich da aus, hatte selbst mal Heuschnupfen.

Aber es geht nicht um die Pollen, die sind nur ein Auslöser für ein Phänomen, das an einen Symtomträger erinnert, eine Person also, bei der sich stellvertretend – und darauf kommt es an – stellvertretend – Symptome zeigen, die ‚eigentlich‘ ganz woanders hingehören, dort aber nicht anerkannt werden. (Bitte nicht hauen, ist nur die Kurzfassung.) Das Problem ist nur, dass das auf einer völlig nicht-bewussten Ebene abläuft. Und genau darin liegt dann die Lösung: Man muss sich bewusst werden, was da abläuft. Bei Kindern sind dann oft die Eltern gefordert. Oder eventuell die Großeltern.

Aber zurück zu den SUV´s und dem Selbstdarstellungstrieb. Das Problem ist also einem Menschen immanent. Und die Lösung? Er kann es auch auflösen, wenn er das Problem erkennt, sich also dessen bewusst geworden ist. Nicht, dass er einsieht, dass ein SUV vielleicht viel zu viel Sprit braucht, gegen diese Erkenntnis spricht zwar nichts, aber die löst das Problem nicht auf. Nein, es geht zum einen um den Menschen an sich und dann weiter um seinen Selbstdarstellungstrieb. Da liegen Problem und Lösung.

Die Erde hat Mensch. Sagt Harald Lesch. Richtig. Und nur der, also der Mensch, nicht Lesch, nur der kann auch den Weg aus dem Dilemma finden. Und vor allem wirklich nur er selbst. Regeln und Vorschriften helfen da nicht viel, die machen es nur erträglicher und federn es etwas ab. Nur Einsicht hilft wirklich.

Was, wenn der Mensch mit seinem Selbstdarstellungsproblem erkennen würde, warum ihm die Selbstdarstellung so wichtig ist, das würde das Ganze in Luft auflösen. Vorausgesetzt natürlich, er geht den Dingen wirklich auf den Grund und bleibt nicht nur in moralischen und ethischen Überlegungen hängen. Sondern er erkennt den eigenen Wahrnehmungsfehler, dass da eben nichts ist, von dem er sich abgrenzen und auch demgegenüber er sich behaupten müsste.

So einfach soll das sein? Ja, ich denke, es ist einfach. Wenn man das grundlegende Problem erkannt hat. Das kostet meist ein bisschen oder auch schon mal mehr Überwindung. Schließlich hat man es ja all die Jahre mit sich herumgetragen, da ist es einem mit der Zeit zur eigenen Persönlichkeit und damit so richtig lieb geworden.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.

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