Pseudogemeinschaft

Wer mag schon in einer Pseudogemeinschaft leben?

Ich denke, jeder würde es mit einer gewissen Entrüstung von sich weisen, dass sie oder er einer Pseudogemeinschaft das Wort reden würde. Nein, jede und jeder würde es entschieden von sich weisen, in einer solchen Gemeinschaft leben zu wollen.

Das Bestimmungswort Pseudo- kommt aus dem Griechischen und bedeutet „falsch“, „unecht“, „vorgetäuscht“, „fälschlich“. Damit wird ausgedrückt, dass das mit dem Zweitglied Bezeichnete für eine krankhafte Erscheinung gehalten wird, bei der letztlich gelogen wird, bewusst oder nicht-bewusst. Führe ich mir einmal die Gedanken über Pseudogemeinschaften von Scott Peck aus dem Buch Eine neue Ethik für die Welt. Grundwerte für eine menschlichere Gesellschaft vor Augen, dann komme ich schon ins Grübeln.

Und nehme ich dann noch die Gedanken von Peter Berger und Thomas Luckmann aus ihrem Buch Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit hinzu, wobei schon der Titel einen so ordentlich grübeln lässt, dann frage ich mich schon, ob wir nicht gehörig einen an der Waffel haben, wenn es sich denn als Wirklichkeit herausstellt.
Eine besondere Brisanz bekommt das Thema für mich, dass David Bohm auf die ziemlich selben Gedanken kam, die er in seinem Buch Der Dialog: Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen dokumentiert hat. Was sich Psychologen und Sozialwissenschaftlicher alles so ausdenken ist ja oft schwer nachzuweisen. Da finde ich es schon erfreulich, wenn ein Naturwissenschaftler, also ein Vertreter der sogenannten harten Faktoren, der sich mit der Frage beschäftigt, woraus denn die Materie besteht, auf die selben Überlegungen kommt.

Wenn Quantenphysiker auf die gleichen Gedanken wie Ärzte, Wissenssoziologen Psychologen und Psychiater kommen, wenn sich also harte und weiche Faktoren in ihrer Sicht auf die Gesellschaft regelrecht verbünden, dann sollte uns das aufhorchen lassen. Bedenklich wird es hingegen, wenn das geflissentlich ignoriert wird. Und vielleicht nicht nur bedenklich, sondern vielleicht sogar bedrohlich.

Angenommen, diese Pseudo-Gedanken sind die Ursache für all den – freundlich ausgedrückt – Schlamassel auf der Welt, also wenn das wirklich so wäre, dann hätten wir echt einen an der Waffel, würden wir nicht sofort wissen wollen, wie es denn in Wirklichkeit ist.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.

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