Rationale Entscheidung?

Träum weiter!

Natürlich entscheiden wir uns. Klar. Aber rational? Was bedeutet eigentlich ‚rational‘? Die Kurzfassung einer Erklärung wäre, dass unsere Entscheidungen auf einen logischen Grund zurückzuführen sind.

Dass das mit dem ‚rational‘ so eine Sache ist, kann man übrigens sehr gut von Kindern lernen. ‚Papa, warum macht man das so …?‘ Spätestens nach dem dritten warum geht den meisten Vätern (den meisten Müttern übrigens auch) die argumentative Luft aus. Außer natürlich, es geht um den Zusammenbau mechanischer Teile. Da strahlt dann Papa über beide Ohren und Mama auch. Mechanisch denken und erklären – kein Problem!

Aber was uns Menschen betrifft? Wirklich erklären können, warum man etwas tut? Keine Chance! Man kann es nur an der Oberfläche erklären. Der Rest versinkt in den Tiefen unserer Persönlichkeit. Darum habe ich auch Persönlichkeitstests immer so heiß und innig geliebt, dann wusste ich wenigstens, wer ich war. Glaubte ich jedenfalls. Was letztlich blieb war irgendwann die Einsicht, dass das auch nur eine Illusion war. Ich kannte mich nicht wirklich. Aber warum nicht?

Ganz einfach, weil ich mich mit einem rationalen, logischen Konzept zu fassen suchte. Etwa so, wie man eine Glühbirne in eine Fassung dreht. Oder eine Mutter auf ein Gewinde. Passt! Ist ja hier in Franken die höchste Anerkennung, die es gibt. Aber ich bin eben keine Glühbirne, war schon in der Schule keine Leuchte.

Schaue ich mir die Entscheidungen in meinem Leben an, dann waren das alles, ausnahmslos, Entscheidungen aus ‚dem Bauch heraus‘. Nicht nur, was ich gestern Abend gegessen habe, einfach alles. Natürlich spielen da Überlegungen eine Rolle, aber die machen die Entscheidungen nicht aus. Die treffen wir auch nicht ‚aus uns heraus‘, sondern aus der Situation. Andere Situation, andere Entscheidung. Natürlich ist damit nicht die äußere Situation gemeint, sondern die Situation, in der wir als Prozess sind.

Das ist ja unser gravierendes Denkproblem. Wir sehen und erleben uns als etwas von allem anderen Getrenntes. Doch wenn wir genau darüber nachdenken, sind wir es eben nicht. Es ist im Grunde auch falsch, dass wir im Prozeß sind. Das ist so, als wären wir die Rosine im Osterbrot, wenn es im Entstehen ist. Mein Körper mag die Rosine oder vielleicht auch die Nuss sein, aber das bin nicht ich. Ich bin der Prozess selbst und kein Teil davon. Ich mag mich zwar so erleben, doch ich bin es nicht.

Stimmt natürlich nicht ganz, denn ich bin beides gleichermaßen. Der Prozess und die Rosine. Oder Nuss.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.