Richtig oder falsch?

Kommt darauf an. Alles eine Frage der Perspektive.

Einen Ikea-Schrank richtig zusammenzubauen scheint manchem eine Kunst, Benzin statt Diesel zu tanken ist eindeutig falsch, wenn das Auto einen Dieselmotor hat und an der Kreuzung nach rechts oder links zu fahren ist meist eindeutig richtig oder falsch.

Alles, was mechanischen Regeln folgt, kann entweder richtig oder falsch sein. Darum kann man solche Dinge auch so wunderbar planen und alles fügt sich logisch und konsequent ineinander.

Eine Wunderwelt für den Verstand. Nicht anders ist es mit der Sprache. Auch die folgt klar und eindeutig und auch nicht diskutierbar semantischen und logischen Regeln.

Was dazu einlädt, auch die Dinge, über die wir sprechen, in richtig und falsch einzuteilen, so wie wir es mit der Sprache ganz selbstverständlich und auch richtiger(!)weise tun. Und schon verwechseln wir einen Begriff mit der Erfahrung, die er ausdrücken will bzw. setzen beides gleich, was konsequenter- und auch logischer Weise zu fatalen gedanklichen Kurzschlüsseln führt – führen muss.

Die wirkliche Kunst besteht darin, mit der dimensionalen Logik der Sprache zu transzendenten Einsichten zu gelangen, die sich jeder Logik entziehen, entziehen müssen. Das ist so, weil das Leben dynamisch ist. Eine Dynamik, die zwar Gesetzmäßigkeiten folgt, die durch sie aber nicht determiniert ist.

Also: Kein Richtig oder Falsch! Und doch finden wir durch Richtig und Falsch zu grundlegenden Einsichten. Ganz schön Paradox. Aber durchaus logisch.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.