Schattenkrieger

Haben Lebensimpulse keinen Platz im Leben, werden sie verdrängt und begleiten uns weiter als ‚Schatten‘ durch unser Leben.

Die darin gebundene Energie zeigt sich uns auf vielfältige Weise: als Versprecher, als Vorurteil, als ‚das habe ich so nicht gemeint‘, aber auch als das, was man mit dem Begriff der ‚Sünde‘ zusammenfassen könnte: Neid, Gier, Hass, Wut, Falschheit, Wollust, Hochmut und all die Laster, denen wir so leicht verfallen.

Diese Aspekte des Schattens mit Tugenden austreiben zu wollen wird uns aber nicht gelingen, denn das hieße, uns selbst zu verurteilen statt uns anzunehmen und uns anzuklagen, statt uns mit Mitgefühl und Verständnis zu begegnen. Aber nur so können wir uns aus und von unserem Schatten lösen und die darin gefangene Lebensenergie wieder zu unserer machen. 

Doch mit Verständnis; Annahme und Mitgefühl allein ist es nicht getan. 

Wollen wir nicht, dass diese Energie wie ein Irrlicht durch unser Leben geistert und sich immer wieder in der alten, wenn auch jetzt ‚aufgeklärten‘ Form zeigt, dann braucht es diese sonderbare Harmonie zwischen Ernsthaftigkeit, Leid und Trauer über das Vergangene einerseits und der Lebensfreude und dem Lebensmut, der Ausgelassenheit und der spielerischen Freude am Leben jetzt andererseits, wie sie – nicht nur dort, aber vor allem dort – in der jiddischen Musik des Klezmer hör- und erfahrbar ist.

Und die wohl gerade deswegen Menschen zu ergreifen und mit sich zu nehmen weiß und sie mit der eigenen Geschichte, und Herkunft zu versöhnen vermag, weil sie uns den dem Leben immanenten Sinn und die darin liegende Aufgabe, die Aufforderung, zur wahren Dimension des Menschseins zurückzufinden, so unmittelbar erfahren lässt und uns zeigt, worum es geht:

Dem Falschen die Macht über die Menschen zu nehmen und die darin liegende Lebenskraft am Wahrhaftigen auszurichten.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.