Seinserfahrung

Wir sind es gewohnt, die verschiedenen Aspekte unserer Existenz, etwa Denken, Handeln und Sein nicht nur als verschiedene Aspekte dieser Existenz, sondern auch als von einander unterscheidbare und damit getrennte Wesenheiten zu sehen. Das ist ein fataler Irrtum.

Weil ich denke, handle ich und weil ich handle, bin ich. Betrachte ich hingegen meine Selbst- oder Seinserfahrung, dann spielt es keine Rolle mehr, ob ich mich denkend, handelnd, oder seiend erfahre.

In diesem Augenblick denke ich, ob mir das bewusst ist oder nicht, handle ich, was auch Inaktivität sein kann und bin ich so oder so. In diesem Sinn bin ich untrennbar Eines, was aber auch nicht sein kann, kann ich doch meine Existenz nicht unabhängig von allem anderen Existierenden sehen.

Kann ich daher meinen existenziellen Aspekt des Seins, Handelns oder Denkens als etwas Eigenständiges ansehen?

Kann ich nicht und doch ist es richtig, eigenständig zu sein! Was nichts anderes bedeutet, als unser Verständnis von Eigenständigkeit zu reflektieren und in den kosmischen Zusammenhang zustellen bzw. aus ihm heraus mit Bedeutung zu  versehen, wobei etwas eine Bedeutung zu geben ein Prozess der Bewusstwerdung ist.

Im Gründe also geht es nur um Bewusstheit, eben die, in der allein die Welt existiert. Es wird an der Zeit zu sehen, dass jedes Individuum dieses Bewusstsein hat. Wenn es aber in der Wahrnehmung kein Außen und kein Innen gibt, dann stellt das natürlich auch die Frage nach der Grenze von Bewusstsein. Kann es individuelles Bewusstsein überhaupt geben?

Komme ich zu dem Schluss, dies zu verneinen, auch wenn ich es anders erlebe, dann stellt sich vielleicht auch die Frage nach dem, was wir da anbieten wollen, entsprechend.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.