Selbsterkenntnis

Selbsterkenntnis ist ein Terrain voller Hindernisse und Schwierigkeiten. Doch warum eigentlich nur?

Es ist wie in dem bekannten Witz. Jemand sucht nachts seine Schlüssel im Lichtkreis einer Laterne. Auf die Frage, ob er sie hier denn verloren habe, antwortet er mit ‚Nein, aber hier ist es hell!‘. Und genau so suchen sich viele Menschen selbst zu erkennen. Sie suchen da, wo sie sich auskennen. Doch da werden sie dieses ‚Selbst‘ nicht finden.

Man braucht sich dazu die Folge von Denken und Sprache nur einmal genau anzuschauen. Wie ein früherer Freund immer sagte: ‚Wie will ich wissen, was ich denke, wenn ich nicht weiß, was ich sage?‘ Stimmt! Genau so ist es. Selbsterkenntnis beginnt damit, dass wir uns ganz genau zuhören und aufmerksam betrachten, was wir da sagen. Gebrauchen wir Wörter wie könnte, sollte, müsste oder versuchen, probieren und so weiter, dann können wir sicher sein, dass wir keinen Schritt weiter kommen auf dem Weg der Selbsterkenntnis.

Hier gilt einfach die Regel ‚Entweder ich tue es oder ich tue es eben nicht‘. Versuchen oder sonstige Imponderabilien und Absichtserklärungen sind nichts als ein Sturm im Wasserglas. Gut, um sich auf der sicheren Seite zu fühlen, aber schlecht, wenn man wirklich auf der sicheren Seite sein will. Wir ‚sehen’ ja immer nur das, was uns bewusst ist. Bewusstsein ist der Bildschirm, auf dem wir unser Denken und unsere Gefühle, Emotionen und Empfindungen nachverfolgen können. Aber es ist eben nur ein Bildschirm, er macht etwas für uns sichtbar, aber er erzeugt nichts.

Was sich auf dem Bildschirm ‚Bewusstsein‘ abspielt, können wir als Realität verstehen. Aber das bringt uns nicht weiter, im Gegenteil. Betrachten und untersuchen wir nicht genauestens, was da so über unseren Bildschirm flimmert, zieht unser Leben einfach so an uns vorbei, wir nehmen nicht bewusst wahr, was da so in uns vorgeht. Dabei gibt es einfache und klare Regeln, wie wir Ordnung rein bringen könnten. Das ist total einfach, aber das kostet uns auch jede Menge Selbstüberwindung. Und genau das ist die Kröte. Betrachten und untersuchen wir nämlich ganz genau, leidenschaftslos und ohne Partei zu ergreifen, was da so über unseren Bildschirm flimmert, dann bleibt eines auf der Strecke: Unser Ego, unsere Selbstbezogenheit.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.