Sich selbst hören

Sich selbst zu hören ist ein ultimativer Weg der Selbstbewusstwerdung und der Bewusstheit.

Dabei geht es nicht darum, »auf« sich selbst zu hören oder der inneren Stimme zu folgen, sondern einfach nur zu hören, was wir sagen. Ein Freund von mir hat immer gesagt: »woher soll ich wissen, was ich denke, wenn ich nicht weiß, was ich sage?«

Sprechen wir über Bewusstheit, dann sprechen wir genau genommen über unser Denken, all die geistig-mentalen Prozesse die unserer Wahrnehmung, Gedanken, Gefühlen, Absichten und auch dem zu Grunde liegt, was uns bewusst ist. Bei aller Spiritualität dürfen wir nicht vergessen, dass die Prozesse unseres Erlebens untrennbar mit den geistig-mentalen Funktionen unseres Gehirns verbunden sind, auch wenn uns dies im Wesen nicht ausmacht. Wir sind nicht allein diese Kohlenstoffeinheit und doch ist unser Erleben untrennbar daran gebunden.

Auch das, was wir mit Bewusstsein umschreiben ist ein solcher geistig-mentaler Prozess der uns nicht bewusst ist und nur in seinen »Ergebnissen« als eben dieses Bewusstsein wahrgenommen werden kann. Genauso verhält es sich mit unserer Wahrnehmung, unseren Gefühlen, unserem Denken und unseren Absichten. Wir sind in der Lage die Auswirkungen der dem zu Grunde liegenden Prozesse wahrzunehmen, nicht aber, sie bewusst zu steuern oder direkt zu beeinflussen.

Und doch sind wir diesen geistig-mentalen Vorgängen nicht ausgeliefert, wir sind keine Gehirn-Maschinen und wir sind mehr als nur das Funken von Nneuronen. Unser Denken, Fühlen, Handeln et cetera folgt dem, was uns bewusst ist, was in dem Satz »im Bewusstwerden entsteht die Welt« zum Ausdruck kommt. Die Welt in der wir leben bestimmt, wie wir uns darin bewegen. Was wir denken, fühlen und was wir tun ist eine unmittelbare Folge dessen, was uns bewusst ist. Genau darum ist es so wesentlich, nicht unbedingt auf sich zu hören, sondern sich selbst zu hören, seiner selbst gewahr zu sein.

Dies ist der einzig mögliche Weg zur Selbsterforschung und zu Selbsterkenntnis und es ist auch der einzige Weg, wie wir wesentlich und wahrhaftig werden können. Dahinter steht die Überzeugung, dass wir in unserem Wesen vollkommen sind und dass es immer wieder nur darum geht danach zu streben, vollendet zu sein, auch wenn dies ein nie unerreichbares Ideal sein wird.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.