Tod, wo ist dein Stachel?

Ein Thema nicht nur für Christen.

Dieser Satz begegnet einem nicht nur in 1. Korinther 55, es ist auch der Titel des Buches von Jean E. Charon, ein Physiker und Philosoph, der in seinen metaphysischen Überlegungen Geist und Materie unter einem gemeinsamen Gesichtspunkt zu sehen sucht.

Die Frage nach dem Woher und Wohin in der eigenen Existenz war lange Zeit eine Frage, die die meisten Menschen allein den Amts- und Würdenträgern der Religionen überließen. Nur wenige machten sich auf, selbst eine Antwort zu finden, indem sie begannen, die Wirklichkeit ergründeten. Was nur durch eine oft jahrelange und sehr disziplinierte Praxis möglich schien, ist mit einem mal einfacher geworden. Durch die Erkenntnisse der Quantenphysik.

Aber nicht wirklich einfacher, denn es verlangt die gleiche geistige Disziplin wie etwa Zen, die zwar ohne den habituellen Kontext auskommt, gleichwohl nicht ohne geistige Disziplin, die sich nicht nur am Ganzen und dem alltäglichen Leben orientiert, sondern jeglicher selbstbezogenen Regung die rote Karte zeigt.

Es geht nicht nur darum, sich demütig dem Todesgedanken zu beugen, sondern den Prozess des Seins zu verstehen, der Leben, Geburt, Sterben und Tod umfasst. Alles Begriffe, die so unterschiedliche Zustände beschreiben, die dabei doch nur einen einheitlichen Prozess beschreiben. Es ist, als nähme man eine Perlenkette und  betrachte jede einzelne Perle, als existiere sie nur für sich und es gäbe die anderen nicht. Eine Perle ist eben keine Perlenkette und eine Perlenkette offenbart ihre Schönheit nur als Ganzes, das man aber nicht sehen kann, sieht man die einzelne Perle nicht.

Nur darf man jetzt nicht denken, dass die Summe mehr ist als die Teile. Den es untrennbar Eins. Wir sehen wohl Teile, doch es sind keine Teile.

Und was haben jetzt die Quantenphysiker genau erkannt? Man kann es kurz in wenigen Satz zusammenfassen: Die Welt ist ganz anders, als wir glauben. Wirklichkeit ist sowohl objektiv wie subjektiv. Nicht wechselseitig, sondern gleichzeitig. Und die Welt ist nicht so oder so und definitiv nichts klar und absolut Definiertes, sondern die Welt ist genau das, was wir denken. Und nichts anderes. Wirklichkeit ist nichts Statisches, Festes, Unabhängiges. Nichts ist weder richtig von einander getrennt noch richtig miteinander verbunden, nichts fällt zusammen, noch auseinander. Es ist eine Welt, die wir uns nicht vorstellen können, sondern nur denken.

Wo auch soll da nun der Stachel des Todes sein?

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.

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