Transzendenz heißt Grenzen zu überschreiten

Aber das ist nur die eine Seite der Medaille.

Ich weiß, es hört sich fürchterlich mechanisch an, was ich da schreibe. Gar nicht so, wie die Esoterik-Szene es üblicherweise liebt. Also worum geht es?

Zur persönlichen Transzendenz brauchen wir zwei Dinge. Als erstes ein wirklich großes, visionäres, ganz philosophisches, absolut nicht fassbares und letztlich transzendentes Ziel, das wir wahrscheinlich zu Lebzeiten nie erreichen werden. Eine Kata eben.

Als zweites brauchen wir die beharrliche, disziplinierte, selbstkontrollierte, kleinräumige Schritt für Schritt Praxis, die uns ganz im Jetzt und im Augenblick verwurzelt und auch hält, und uns ermöglicht behutsam, aber konsequent und stetig immer wieder unsere Grenzen durch achtsame Bewegungen erfahren zu lassen, ob körperlich oder geistig.

Erst, wenn wir unsere Grenzen klar erkannt und in diesem Sinn eindeutig definiert haben, erst, wenn wir genau wissen, wo wir stehen, erst dann können wir über sie hinausgehen. Dass unser Gehirn, insbesondere Erkenntnisse und Einsichten sich spontan und sprunghaft ereignen und eben nicht ändern, darf uns nicht blind dafür werden lassen, dass der gleichfalls notwendige Umbau des Gehirns ganz anderen Gesetzmäßigkeiten folgt.

Erst wenn Kata und Praxis miteinander verschmelzen, erst dann sind wir auf dem Weg.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.