Unschuldig schuldig werden.

Ein bedeutsamer Satz, den, so erinnere ich mich, Bert Hellinger einmal gesagt oder geschrieben hat.

Bedeutsam ist der Satz, weil es im Leben immer wieder genau so ist. Allzu oft machen wir uns die Konsequenzen unserer Handlungen nicht wirklich bewusst, weil sie uns richtig oder gerechtfertigt scheinen.

Ob wir tun, was uns befohlen oder aufgetragen wurden, ob wir glaubten keine Wahl zu haben oder ob wir uns auf das Recht und Gesetz berufen – nichts kann uns   unsere Verantwortlichkeit nehmen für das, was wir tun.

Verantwortlichkeit kann uns niemand nehmen, sowenig wie Schuld getilgt werden kann. Dazu muss man stehen, ohne sich selbst anzuklagen und ohne sich zu rechtfertigen. Was uns bleibt ist, damit zu leben. Und das ist vielfältig. Wir können unterkriechen, tun, als ob nichts gewesen wäre, usw.. Wir können auch dazu stehen.

So wie Saulus zum Paulus wurde, können wir auch gewandelt werden, Werden wir des Wahrhaftigen, dessen, was unser Leben ausmacht, gewahr. Doch dazu müssen wir von etwas überzeugt sein, nämlich von Gnade und Versöhnung, sonst können wir es nicht annehmen.

Und das beginnt mit der Güte in uns selbst. Nicht gegen uns selbst, das wäre blasphemisch. Sondern Güte, Gnade und Vergebung gegenüber anderen. Doch das ist kein Deal. Wir werden nur dadurch geläutert, dass wir zu unserer Schuld stehen und uns dem Wahrhaftigen zuwenden.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.