Virtuelle Kommunikation

Nicht nur die Sitten ändern sich mit der digitalen Vernetzung, sondern vor allem die Anforderungen an Kommunikation.

Vorweg: Krisen können zu Chancen werden, vorausgesetzt, man hört auf, den guten alten Zeiten nachzuweinen. Die Krise besteht darin, dass zwei Supermächte und eine, die es gerne wieder wäre, mit ihren »befreundeten« Staaten einen Cyberkrieg vom Feinsten angefangen haben, der alleine durch die digitale Vernetzung möglich wird.

Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass durch die Vernetzung von immer mehr Menschen eine neue Intelligenz entstehen kann, denn Vernetzung ermöglicht Komplexität und Komplexität ermöglicht Intelligenz. Insektenschwärme und das menschliche Gehirn sind gute Beispiele dafür.

Nur finden wir in einem digitalen Begegnungsraum ganz andere als unsere gewohnten Ordnungsstrukturen wieder. Vernetzte Systeme funktionieren eben anders. Und darum können wir in solchen Systemen nur dann gut und effektiv agieren, wenn wir gelernt haben, auf die richtige Art und Weise zu kommunizieren. Wir wissen aus einer Vielzahl von Berichten, dass Menschen, die ihre Sehfähigkeit verloren haben, durchaus in der Lage waren, dies durch ihren Gehörsinn zu kompensieren.

Wir sprechen zwar gerne von virtueller Kommunikation, wenn wir von vernetzter Kommunikation sprechen, tatsächlich sind es vielfach die virtuellen Eindrücke und Botschaften, die uns fehlen – und wenn doch, ist das Ganze oft nicht so richtig synchron. Die spannende Frage aber ist, wie wir gelernt haben, Körpersprache zu verstehen. Denn eigentlich haben wir bisher eher digital kommuniziert bzw. so getan, als würden wir es tun, und müssen jetzt lernen, (wieder) analog zu kommunizieren. Ein Applaus dem Dazwischen!

Als Babys und kleine Kinder waren wir darin nämlich alle perfekt. Ganz ohne Bücher von Samy Molcho und Co. Wir haben es ganz von selbst intuitiv gelernt, und das mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit.Wie? Keine Ahnung. Aber wir sollten es einfach wieder tun. Oder besser zulassen. Und aufhören, uns dagegen zu wehren und zu jammern, zu klagen und mit der Welt zu hadern.

Packen wir doch den Stier bei den Hörnern. Keine Supermacht kann einen Cyberkrieg gewinnen, den die Menschen nicht wollen. Wir müssen einfach nur begreifen, welche Kraft und welches Potential in der Vernetzung der Vielen steckt.

Schlagen wir sie also mit ihren Waffen. Denn eine Alternativ haben wir definitiv nicht mehr, der Zug ist schon lange abgefahren.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.