Wachen Sie auf!

Dieser Satz ist jetzt nicht esoterisch gemeint, sondern die Bitte, der Realität ins Auge zu schauen. Dabei meine ich nicht Ihre, die kenne ich ja überhaupt nicht, nein, ich meine die Realität, in der wir Menschen üblicherweise leben.

Warum also aufwachen? Die meisten von uns leben definitiv in einer Illusion, sie denken und glauben, die Welt sei genauso, wie sie sie erleben. Das aber ist eine Illusion, denn die Welt ist nur für uns genauso, wie wir sie sehen. Also ist die Welt insgesamt etwas ganz Anderes als wir bisher angenommen haben – und damit sind auch wir Menschen ganz anders als wir uns sehen. Schließlich sind wir ja aus derselben Substanz wie die Welt auch.

Das würde also bedeuten, dass wir bis auf die, die es gecheckt haben, gar nicht so sind, wie wir uns selbst sehen. Also Menschen wie beispielsweise Einstein, Schrödinger, Pauli, Bohm, Heisenberg, Dürr oder Zeilinger. Und natürlich noch viele andere. Wenn ich mich in meiner Wohnung umschaue und mir dann das Vogelnest im Garten oder einen Fuchsbau im Wald anschaue, dann stellt sich mir schon die Frage, was wir sind oder was wir darstellen und was wir für eine Funktion haben.

Funktion kommt dem Ganzen wohl wesentlich näher als Berufung angesichts der Tatsache, dass die Welt Eins ist, der eine Geist. Zwar in sich differenziert, wie die Zellen meines Körpers, aber Eines. Ohne Körper zu sein stirbt die einzelne Zelle. Und auch wir werden wohl aufhören zu existieren, wenn wir nicht endlich verstehen, dass wir und die Welt Eins sind.

Das Ganze hat aber noch einen anderen, einen ganz pragmatischen Effekt. Man kann die Zukunft nicht vorhersagen, einfach deshalb, weil das Universum und mit ihr die Welt sich nicht wie ein mechanisch funktionierendes Etwas auf ein klar definiertes Ziel hinbewegt. Das Universum ist nun einmal ein komplex organisiertes und auch noch sich selbstorganisierendes Etwas, das eben keinem vorgegebenen Plan folgt.

Das brachte ja schon Einstein ins Schleudern, darum sagte er auch, dass der Alte, also Gott, nicht würfle. Was ihm, ich glaube es war entweder Max Born oder Niels Bohr, was ihm also von dem oder dem den Vorwurf einbrachte, dass er Gott nicht vorzuschreiben habe, was der da so mache. Also die Quantenphysik hat sich – Einstein zum Trotz – bewahrheitet. Sein ‚Problem’ war nur, dass seine Philosophie nicht zur Quantenphysik passte.

Was lehrt uns das Ganze? Das wir die Erkenntnisse über die Welt – auch, wenn andere sie gemacht haben, dass wir also diese Erkenntnisse, haben wir sie verifiziert, einerseits nicht ignorieren und andererseits auch nicht einfach ‚blind’ anwenden dürfen, sondern unsere (Lebens-) Philosophie damit in Übereinstimmung und Einklang bringen müssen – wollen wir uns nicht unser eigenes Grab schaufeln.

Also was wissen wir? Wir wissen, dass die Welt ein sich selbst organisierendes System, aber nicht beliebig ist. Wir wissen heute, dass Zukunft nicht vorhersehbar ist, weil sich die Welt nicht mechanistisch bewegt; genauso wie wir wissen, dass Bewusstsein dabei ein entscheidender Faktor ist.

Wenn wir uns dessen aber nicht bewusst sind, also weiter mechanisch und nicht komplex denken, dann bedeutet das, dass wir die Vergangenheit in die Zukunft projizieren – und alles wird wie es schon immer war. Ist doch logisch, oder? Machen wir weiter das Gleiche wie immer, wird auch das Gleiche wie immer passieren. Ein guter Grund, sich einmal Gedanken zu machen, ob wir wirklich weitermachen wollen wie bisher.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.