Was bin ich eigentlich?

Immer wieder fragen wir uns, wer wir sind, statt uns zu fragen, was wir sind.

Dies würde uns sehr schnell zum Grübeln bringen. Denn ‚Ich‘ bestehe beispielsweise zum größten Teil aus Bakterien. Sind viel mehr, als ich Zellen habe. Und isoliert betrachtet bin ich kein Stück überlebensfähig. Also doch nur eine Kohlenstoffeinheit? 

Also im Ernst: Vergleiche ich mich mit einem Hund oder einer Pflanze, so gibt es da natürlich Unterschiede. Doch die gibt es zwischen meiner Hand und meinem Gehirn auch. Also, wo die Grenze ziehen? Bin ich noch ‚Ich‘, wenn ich eine Hand verliere – oder mein Gehirn? Nun, der Verlust des Gehirns hätte wohl meinen Tod zur Folge. Doch macht mich das Gehirn zu dem ‚Ich‘ für das ich mich gemeinhin halte? Wäre ich noch ‚Ich‘, wenn ich nur Gehirn wäre? Und was bin ich, wenn ich keine Umwelt mehr hätte?

Das Dumme dabei ist nur, je ‚realistischer‘ ich mich zu sehen in der Lage bin, desto unklarer werde ich in der Definition von ‚Ich‘. Wo hört es denn auf, ‚Ich‘ zu sein? Ganz klar, die Bäume auf der Welt produzieren den Sauerstoff, den wir Menschen (und nicht nur wir) aufnehmen, dafür geben wir Stickstoff ab, den andere Lebewesen brauchen – um nur eines von unendlich vielen solcher symbiotischen Zuständen zu nennen.

Symbiose kommt aus dem Griechischen (Leben) und ‚bezeichnet in Europa die Vergesellschaftung von Individuen zweier unterschiedlicher Arten, die für beide Partner vorteilhaft ist‘. Vorteilhaft? Also für mich ist der Sauerstoff der Bäume nicht vorteilhaft, sondern schlicht überlebensnotwendig. Und so weiter und so weiter …

Fazit: Ohne das, was wir gemeinhin ‚Umwelt‘ nennen, würden wir überhaupt nicht existieren – und mogeln Sie jetzt bitte kein ‚können‘ hinein. Es gäbe uns einfach nicht. Also bliebe da noch das Bewusstsein als letzte Bastion eines ‚Ich‘. Aber da gibt es Leute, die doch tatsächlich behaupten, dass es nur ein Bewusstsein gibt und uns das letzte bisschen ‚Ich‘ auch noch madig machen. 

Doch warum ist das so wichtig, zu wissen, wo das ‚Ich‘ anfängt oder eben doch nicht? Mein Verständnis von mir selbst bedingt, wonach, wo und wie ich suche, wenn ich dieses ‚Ich‘ verstehen will. Ist das Verständnis von mir selbst falsch, suche ich etwas, was es nicht gibt, nicht geben kann. Also müssen wir, bevor wir anfangen uns ‚verstehen‘ zu wollen, untersuchen, was wir sind.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.