Was tun?

Warum reden die Menschen immer nur über dies und das, statt über das Wichtigste in ihrem Leben, nämlich wie sie zu leben gedenken?

Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grunde auf kranke Gesellschaft angepasst zu sein. Sage nicht ich, sondern Krishnamurti hat es einmal gesagt. Aber das sind genau die Gedanken, die ich immer wieder habe. Und ich frage mich, wie es in seinem Leben weiter gehen wird, wenn ich mit meinem Enkel rumblödel. Und nicht nur dann. Das selbe frage ich mich auch, wenn ich so lese, was andere zu sagen oder auf Social-Media-Seiten so zu schreiben haben.

Man möchte am liebsten alleine leben und sich sagen, die paar Jahre, die ich noch zu leben habe, die genieße ich und alles andere interessiert mich nicht. Könnte ich. Aber das müsste ja heißen, dass ich nach meinem Tod komplett nicht mehr sein dürfte. Aber da habe ich so langsam meine Zweifel. Und da das auch noch wissenschaftlich ziemlich gut belegte Zweifel sind, drehe ich so langsam am Rad.

Es geht nicht mehr nur darum, wie ich leben sollte oder könnte, sondern was zu tun ist. Das fängt natürlich erst einmal bei mir selbst an. Den Geist klären, ohne wenn und aber. Nicht anhaften. Tun, was zu tun ist. Und im Einklang mit den Gesetzmäßigkeiten leben. Struktur, die Bodhidharma erkannt hat. Und er hat angeblich auch den Shaolin das Kämpfen beigebracht, damit Ordnung in den Haufen kam. Sagt man.

Ist das heute anders? Kein bisschen. Aber viele haben Die Kunst des Krieges von Sun Tsu (wie auch ich früher) regelrecht inhaliert, doch ohne dabei zu merken, worum es ihnen wirklich geht. Vier Buchstaben: MICH! Die Welt retten wollen viele. Doch wen wollen sie von was überzeugen? Von sich, von was auch sonst?

Erst einmal kann jeder nur für sich sprechen. Und andere von etwas zu überzeugen geht nur, wenn sie dafür wirklich bereit sind. Um dann gemeinsam (!) Sinn zu suchen; zu erkennen, worum es im Leben geht. Nicht uns oder mir, sondern was zu tun ist. Das setzt erst einmal voraus, im Dialog miteinander kommunizieren zu können. Und entsprechend zu leben. Entweder für sich alleine oder in einer Gemeinschaft mit Partnern, die sich entsprechenden Regeln geweiht und verpflichtet hat. Beispiele gibt es genug, man braucht nur den Mut zu haben, die Konvention des Kranken zu verlassen.

Man muss vorne anfangen, ganz grundsätzlich, will man wirklich anders leben. Und nicht nur so tun als ob. Und aufwachen aus dem selbstinduzierten Dornröschenschlaf. Wobei es um wirkliches Aufwachen geht und nicht nur das Leben ein bisschen umdekorieren.

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